Unterdurchschnittliche Getreideernte in NRW
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Die Landwirte in Nordrhein-Westfalen haben in diesem Sommer ähnlich viel Getreide eingefahren wie im vergangenen Jahr. Foto: Jens Büttner/dpa/Archivbild
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Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Landwirte in Nordrhein-Westfalen haben in diesem Sommer ähnlich viel Getreide eingefahren wie im vergangenen Jahr. Mit 3,83 Millionen Tonnen lag die Ernte 0,1 Prozent über dem Ergebnis von 2019, wie das Statistische Landesamt am Freitag mitteilte. Im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre mussten die Landwirte aber ein Ernteminus von 2,9 Prozent verbuchen. Da sie auf einer größeren Anbaufläche Getreide ausgesät hatten, fiel der Hektarertrag 2020 gegenüber dem Vorjahr um 1,6 Prozent auf 7,55 Tonnen.

«Der Klimawandel wirkt sich auf die Landwirtschaft aus», kommentierte NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) die Bilanz. Ein zu milder Winter, sehr hohe Niederschläge im Februar, außergewöhnliche Trockenheit in April und Mai, Spätfröste während der Eisheiligen und schließlich Hitze und Trockenheit im August hätten das Wachstum fast aller Feldfrüchte in diesem Jahr beeinträchtigt.

Dies habe dazu geführt, dass die Ernteergebnisse je nach Region und Bodengüte sehr unterschiedlich ausgefallen seien. Bei Winterweizen habe es auf guten Böden mit hoher Wasserspeicherung unerwartete Rekorderträge gegeben, während die Ernte vor allem auf leichten, sandigen Böden unterdurchschnittlich gewesen sei. Nach den Zahlen des Statistischen Landesamtes lag beim Winterweizen, der anbaustärksten Brotgetreideart in NRW, der Hektarertrag 2020 mit 8,62 Tonnen um 3,2 Prozent über dem Durchschnitt.

Glück hatten die Landwirte mit dem Wetter bei der Ernte. Nahezu das gesamte Getreide konnte «sauber, trocken und pünktlich eingebracht werden», sagte Heinen-Esser. Weniger günstig seien die Aussichten bei der Futtergewinnung. In manchen Regionen hätten Hitze und Trockenheit der vergangenen Wochen Mais, Futtergräsern und Grünland stark zugesetzt und ließen deutlich unterdurchschnittliche Erträge erwarten. Damit stünden viele Betriebe mit Tierhaltung im dritten Jahr in Folge vor dem Problem knapper Winterfuttervorräte.

Unter der Hitze und Trockenheit habe auch der Kartoffelanbau gelitten. Wo die Äcker nicht künstlich beregnet werden könnten, seien schwache Erträge und zum Teil hohe Stärkegehalte und damit mehlige Knollen die Folge, sagte die Ministerin.

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