Urteil: Mönch darf in geerbten Bungalow ziehen und musizieren

Wuppertal (dpa/lnw) - Im Rechtsstreit zwischen einem Mönch und seiner Kirchengemeinde um ein vererbtes Haus hat sich der Ordensbruder durchgesetzt. Das Landgericht Wuppertal sprach ihm am Freitag das lebenslange Nutzungsrecht in dem Bungalow sowie rund 3100 Euro Entschädigung zu. Die Gemeinde muss das Gebäude in Wülfrath-Düssel räumen.

Der Mönch, der Kirchenmusiker ist, hatte im Frühjahr 2013 nach dem Tod der Besitzerin ein lebenslanges Nutzungsrecht an dem Bungalow erhalten. Das Haus jedoch erbte die Kirchengemeinde - und wollte den Ordensbruder nicht einziehen lassen: Der Gemeindevorstand fürchtete um den Frieden in der Nachbarschaft, sollte der Musiker künftig in seiner Wohnung über Stunden proben, so lautete das Hauptargument der Gegenseite. Er übe «zu viel, zu laut und zu lange».

Unter anderem verwies die Kirchengemeinde auch auf das Armutsgelübde des Benediktiners. Die Regeln seines Ordens würden es dem Mann doch verbieten, ein solches Vermächtnis anzunehmen. Auf das Angebot, ins Erdgeschoss ziehen zu dürfen und in einem schalldichten Raum zu spielen, wollte der Benediktiner nicht eingehen. Er beharrte vor Gericht auf die schönere Wohnung mit Aussicht im ersten Stock.

Weder der Mönch als Kläger noch ein Vertreter der katholischen Gemeinde waren bei der Urteilsverkündung anwesend.

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