Verdacht auf Coronavirus in Unna - dritter Patient in NRW
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Coronavirus Test im Labor. Foto: Hans Punz/APA/dpa
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Unna/Siegen (dpa/lnw) - Nach zwei Patienten in Siegen ist nun auch im Kreis Unna ein Mann mit Coronavirus-Verdacht vorsorglich in einer Klinik isoliert worden. Der Mann habe sich mehrere Wochen lang beruflich in der Gegend von Wuhan aufgehalten und sei am 10. Januar nach Deutschland zurückgekehrt, teilte der Kreis Unna am Donnerstag mit. Der Patient aus Kamen befinde sich seit dem Morgen in der Klinik, sein Gesundheitszustand sei «nicht besorgniserregend». Einige Medien hatten zuvor berichtet. Die chinesische Metropole Wuhan ist besonders stark von der neuen Lungenkrankheit betroffen.

Zwei weitere China-Rückkehrer waren am Dienstag und Mittwoch mit Coronavirus-Verdacht ins Kreisklinikum Siegen gebracht worden. Für beide steht das Ergebnis der Untersuchungen noch aus. Die Diagnosen sollten am Freitag eingehen, sagte eine Kliniksprecherin. Beide Männer waren laut Gesundheitsamt Siegen erst kürzlich aus China zurückgekehrt und hatten über Symptome geklagt, die einen Coronavirus-Verdacht aufkommen ließen.

Der Mann aus Kamen - Jahrgang 1963 - litt laut Gesundheitsbehörde unter Reizhusten, maß dem aber zunächst keine besondere Bedeutung bei. Nach einem Arztbesuch wurde er ins Krankenhaus Lünen eingewiesen. Dort werden der Kreisverwaltung zufolge nun Proben genommen und in Labore weitergeleitet. Mit einem Ergebnis werde nicht vor dem Wochenende gerechnet.

In Deutschland gibt es bisher vier Personen, die nachweislich infiziert sind - allesamt in Bayern. Die Symptome - trockener Husten, Fieber und Atemnot - können mit Medikamenten abgemildert werden. Die Krankheit verläuft Experten zufolge offenbar in den meisten Fällen mild, zum Teil sogar ohne Symptome.

Parallel dazu ist die Zahl der Grippe-Erkrankungen in NRW in der vergangenen Woche um 766 Fälle gestiegen, wie aus dem wöchentlichen Influenza-Saisonbericht des Landeszentrums Gesundheit hervorgeht. In den beiden Wochen zuvor seien 612 und 519 neue Erkrankungen gemeldet worden. Seit Beginn der Grippesaison im Oktober hätten sich knapp 2800 Menschen in Nordrhein-Westfalen mit Grippeviren infiziert.

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