Warnstreiks an NRW-Flughäfen: Dutzende Flüge gestrichen

Düsseldorf (dpa/lnw) - Warnstreiks an den Airports haben am Dienstag den Flugbetrieb in Nordrhein-Westfalen gestört. Flugzeuge, Passagiere und Gepäck blieben am Boden. Nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi beteiligten sich an den Flughäfen in Düsseldorf, Köln/Bonn und Dortmund etwa 750 Beschäftigte. Am Nachmittag entspannte sich die Lage wieder. «Der Flugbetrieb normalisiert sich von Stunde zu Stunde», berichtete Düsseldorfs Flughafensprecher Thomas Kötter.

Am drittgrößten deutschen Flughafen in Düsseldorf waren nach Gewerkschaftsangaben rund 300 Mitarbeiter im Ausstand. Es wurden 25 Flüge gestrichen, Fluggäste mussten bis zu 2,5 Stunden warten. In Köln/Bonn fielen neun Passagier-Flüge aus. Dort hatten ab Mitternacht mehr als 400 Beschäftigte befristet die Arbeit niedergelegt. In Dortmund waren etwa 40 Angestellte für drei Stunden im Warnstreik.

Bestreikt wurden unter anderem Bodenverkehr und Gepäckabfertigung. Die Fluggäste trugen die Wartezeit offenbar mit Fassung. «Die Lage bei den Passagieren im Terminal ist weiterhin ruhig», erklärte der Düsseldorfer Airport am Vormittag. An diesem Mittwoch und Donnerstag steht die nächste Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes an.

In Köln/Bonn blieb etwa die Hälfte der Fracht am Boden. Der bundesweit sechstgrößte Flughafen hat kein Nachtflugverbot. Da der Streik schon um Mitternacht begann, waren vor allem Frachtflüge betroffen. Große Teile der Fracht seien von Streikbeginn bis 10 Uhr am Vormittag liegen geblieben, erklärte die Gewerkschaft Verdi.

Auch an anderen Flughäfen kam es zu Arbeitsniederlegungen - etwa in Frankfurt, München, Stuttgart, Bremen und Hannover. Das bisherige Angebot der Arbeitgeber von 3,3 Prozent mehr Gehalt auf zwei Jahre lehnt Verdi ab. Die Gewerkschaften fordern für die bundesweit rund zwei Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Kommunen und des Bundes 6,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro.

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