Warnstreiks in Awo-Einrichtungen: Arbeitgeber: Notfallpläne

Dortmund/Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat im Tarifstreit mit der Arbeiterwohlfahrt (Awo) für diesen Freitag Mitarbeiter in Nordrhein-Westfalen zum Warnstreik aufgerufen. Verdi erwartet, dass mindestens 1000 Erzieher und Pfleger dem Aufruf in Kitas und Pflegeeinrichtungen folgen. «Wenn sich 1000 bis 1500 Mitarbeiter am Warnstreik beteiligen, wäre das ein angemessener Warnschuss für die Awo», sagte Verdi-Verhandlungsführer Wolfgang Cremer am Donnerstag der dpa.

Die Awo im Bezirk Westliches Westfalen erwartet nur einen geringen Erfolg der Gewerkschaft. Nur in 9 von 61 Altenpflegeheimen im Bezirk müssten Notdienstpläne aufgestellt werden. Außerdem blieben nur 31 von mehr als 300 Kindertagesstätten geschlossen. In 60 bis 70 Prozent der Kitas werde der Betrieb normal laufen. Die übrigen Einrichtungen hätten Notfallpläne aufgestellt. Die Eltern seien unterrichtet, sagte Awo-Sprecher Jörg Richter am Donnerstag in Dortmund.

Verdi hielt entgegen, dass punktuell der Warnstreik größere Auswirkungen haben werde. In Bochum würden fast alle Awo-Kitas geschlossen sein. «Wir befinden uns in der Auftaktphase der Tarifverhandlungen. Wir wollen einen Warnschuss setzen», betonte Cremer. Auf Kundgebungen in Recklinghausen, Duisburg und Bielefeld will Verdi den Forderungen weiteren Nachdruck verleihen.

Verdi fordert für die insgesamt 36 000 Awo-Beschäftigten in NRW eine Erhöhung der monatlichen Einkommen um einen Sockelbetrag von 100 Euro zuzüglich 3,5 Prozent. Dies entspreche dem Tarifniveau vergleichbarer Beschäftiger in staatlichen Einrichtungen.

Die Awo wirft Verdi vor, mit ihrem Forderungskatalog jeden Rahmen zu sprengen und beziffert den Gesamtumfang der Forderungen auf durchschnittlich rund 7,5 Prozent.

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