Wein statt Kohle: Traubenlese am Schacht

Hünxe (dpa/lnw) - Wein vom Förderturm: An einem stillgelegten Bergbauschacht in Hünxe am Niederrhein war am Freitag Weinlese. «Sonneneck» heißt der Tropfen, den Ex-Bergmann Rainer Schwegmann und seine Kollegen anbauen. «Die Trauben sind klein, aber die Qualität ist hoch», beschreibt der Hobby-Winzer den diesjährigen Ertrag. Etwa 400 Flaschen werden demnach pro Ernte abgefüllt.

Es ist nicht die erste Lese in Hünxe. Schon 1984 wurden auf dem Zechengelände Weinstöcke angepflanzt, zwei Jahre später kam der erste Wein in die Flaschen. Doch nachdem die Zeche Lohberg mit dem Schacht in Hünxe geschlossen wurde, verfiel der Weingarten. Bis Schwegmann und 13 Kollegen - alle viele Jahre Steiger auf der Zeche Posper-Haniel - die Tradition wieder aufleben ließen. Sie pflanzten neue Reben an und konnten 2012 die erste Ernte einfahren. Seitdem ist jedes Jahr Weinlese am Zechenschacht.

Die Trauben bringen die Ex-Bergleute zu einem Winzer an der Mosel, der daraus den Wein macht - einen Verschnitt aus mehreren Sorten wie Sylvaner, Kerner und Bacchus. «Kenner sagen: Der Wein ist gut», sagt Schwegmann. Zu kaufen ist der gute Tropfen vom Förderturm aber nicht. Hobbywinzer dürften das nicht.

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