Weitere Diagnosezentren im Kampf gegen das Coronavirus
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Hinweisschilder vor dem St.-Antoniushospital in Cleve weisen auf die Fiberambulanz hin. Foto: Arnulf Stoffel/dpa/Archivbild
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Düsseldorf (dpa/lnw) - In weiteren Städten von Nordrhein-Westfalen werden im Kampf gegen das Coronavirus Diagnosezentren eröffnet. So nimmt in Bochum an diesem Freitag eine zentrale Diagnostikstelle die Arbeit auf, in der künftig die notwendigen Tests auf das Coronavirus Sars-CoV-2 vorgenommen werden. In Detmold hat unterdessen der Kreis Lippe ein Diagnosezentrum eingerichtet, in dem ab diesem Freitag medizinisches Fachpersonal für Rachenabstriche zur Diagnose bereitsteht.

Sollten Menschen in Lippe den Verdacht haben, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, bleibt die Vorgehensweise unverändert, erklärte der Kreis: Im ersten Schritt telefonisch den Hausarzt kontaktieren und eine eventuell erforderliche Behandlung besprechen. Außerhalb der Sprechzeiten helfe der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der 116 117. Zudem habe das Gesundheitsamt Lippe eine Informationshotline unter 05231 62 1100 geschaltet.

Spezielle Zentren sind unter anderem bereits in Düsseldorf und Köln eingerichtet worden. Zuvor waren schon in Gangelt im Kreis Heinsberg sowie in Kleve Stellen aufgebaut worden, an denen sich Patienten auf das neuartige Virus testen lassen können. Durch diesen Schritt sollen dort Hausarztpraxen entlastet und deren Personal geschützt werden.

Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg am Donnerstag im Vergleich zum Vortag noch einmal deutlich auf landesweit 302, wie das NRW-Gesundheitsministerium (Stand 16.00 Uhr) mitteilte. Allein im Kreis Heinsberg lag die Zahl demnach bei 197. Am Vorabend waren es den Angaben nach 150 in Heinsberg und 172 landesweit. Ein Hintergrund des Anstiegs sind auch die Diagnostikzentren. Es wird jetzt schlicht mehr untersucht, wie der Kreis Heinsberg deutlich machte.

Die Krisenstäbe von Stadt und Städteregion Aachen wollen am Freitag bekanntgeben, wie es für die sechs Einrichtungen in der kommenden Woche weitergeht, die bis zum 8. März geschlossen sind. Das sind vier Schulen, ein Berufskolleg sowie eine Kita. In der Städteregion Aachen war die Liste der vorsorglich geschlossenen Schulen am Donnerstag länger geworden: Das Gymnasium der Stadt Baesweiler wird vorerst bis zum 15. März geschlossen bleiben wegen eines bestätigten Coronafalls bei einem Schüler, der sich in häuslicher Quarantäne befinde.

Die Stadt Düsseldorf teilte mit, dass ein junger Erzieher einer Kita positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Da alle Erzieherinnen und Erzieher der Kita derzeit unter Quarantäne stünden, müsse die Kita vorerst ihren Betrieb einstellen. Die 15 engen Kontaktpersonen des Mannes und die 60 Kinder der Kita seien bisher nicht erkrankt. Der Kreis Viersen teilte mit, dass ein Gymnasium in Schwalmtal bis einschließlich 18. März geschlossen wird. Die Mutter einer Schülerin hat sich den Angaben zufolge mit dem Virus infiziert.

Landesweite Schulschließungen wie in Italien kann sich NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) trotz deutlich steigender Coronavirus-Infektionen nicht vorstellen. Wenn - rein theoretisch - eine solche Entscheidung getroffen würde, «dann würde sich ja auch die Frage stellen, wer betreut eigentlich die Kinder unserer Krankenschwestern, unserer Ärztinnen und Ärzte», sagte er am Donnerstag dem WDR. Allerdings sei der Prozess dynamisch. In vier oder acht Wochen könne die Situation anders sein. «Das liegt daran, wie das Virus sich verbreitet.»

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