«Westerdam»-Rückkehrer: RKI sieht geringeres Risiko

Recklinghausen (dpa/lnw) - Das Robert Koch-Institut sieht bei den nach Deutschland - auch nach NRW - zurückgekehrten Passagieren des Kreuzfahrtschiffs «Westerdam» mittlerweile ein geringeres Infektionsrisiko. Sie würden nun als Kontaktpersonen der Kategorie II eingestuft, sagte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher am Freitag in Berlin. Nachdem eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bei einer US-Passagierin festgestellt worden war, sei weltweit bislang kein weiterer Infektionsfall unter diesen Touristen bekannt geworden. «Deshalb haben wir die Einschätzung des Risikos verringert», sagte Glasmacher.

An Bord des in Kambodscha gestrandeten Kreuzfahrtschiffs «Westerdam» befanden sich nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums zehn Menschen aus Nordrhein-Westfalen. Sechs Passagiere waren bereits vor einigen Tagen nach NRW zurückgekehrt. Im Kreis Recklinghausen wurden am Freitag nach Angaben der Kreisverwaltung die übrigen vier Passagiere erwartet.

Unter den Rückkehrern am Freitag waren auch die Hochschullehrer Stefan Habel (35) und Alexandra Dorschu (34) aus Dorsten. Sie hatten in den vergangenen Tagen in einem Hotel in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh auf ihre Weiterreise gewartet. Bereits am Sonntag sei ihnen mitgeteilt worden, dass ihre Tests auf das Coronavirus negativ gewesen seien, hatten sie der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag gesagt.

Die Rückreise der beiden war sehr langwierig. Am Freitagvormittag waren sie bereits seit 30 Stunden unterwegs, wie Habel der dpa mitteilte. Der Flug führte die beiden unter anderem über Karachi, Amsterdam und Frankfurt. Am Düsseldorfer Flughafen sollten sie dann abgeholt werden. Auf dem Flug nach Amsterdam seien sie nicht separiert worden. Auch habe es keine Verpflichtung gegeben, Masken zu tragen. Laut Kreisverwaltung Recklinghausen waren keine erhöhten Sicherheitsmaßnahmen für die Fahrt vom Flughafen nach Hause vorgesehen.

Über die Risiko-Neubewertung durch das RKI sei das Gesundheitsamt am Freitagmorgen informiert worden, sagte der Sprecher des Kreises Recklinghausen, Jochem Manz. Die Rückkehrer würden nun nur gebeten, vorerst zu Hause zu bleiben. «Sie sollen auf sich selber achten und sich nur dann melden, wenn sie Symptome zeigen.» Die Maßnahmen sollen bis zum 28. Februar anhalten. In den Kreis Recklinghausen war nach seinen Angaben bereits am vergangenen Montag ein Ehepaar zurückgekehrt. Auch für dieses würden nun die Maßnahmen der Kategorie II gelten.

Bislang hatte das RKI die Rückkehrer in Kategorie I («höheres Infektionsrisiko») eingestuft und den verantwortlichen Gesundheitsämtern eine strenge häusliche Quarantäne empfohlen. Bei Kategorie II wird zwar noch eine Reduktion der Kontakte zu anderen Personen empfohlen, eine tägliche Messung der Körpertemperatur, das Führen eines Tagebuchs und ein täglicher Anruf vom Gesundheitsamt sind aber nicht mehr vorgesehen.

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