Wie die Niederländer die Marinemalerei erfanden

Köln (dpa) - Im 17. Jahrhundert entstand in den Niederlanden eine neue Kunstgattung, die Marinemalerei. Hintergrund war die damalige Vorrangstellung der Niederlande im Welthandel. Das Wallraf-Richartz-Museum in Köln zeigt nun von Donnerstag (21. Mai) an gut 20 Marinegemälde von Meistern wie Hendrick Corneliszoon Vroom, Jan Porcellis, Jan van Goyen und Salomon van Ruysdael.

Die Motive reichen vom Fischerboot im heimischen Küstengewässer bis zum imposanten Dreimaster auf stürmischer See. Die Bilder seien im 17. Jahrhundert in der wohlhabenden niederländischen Bürgerrepublik sehr beliebt gewesen, sagte Kuratorin Anja Sevcik. Auffällig sei, dass andere große Seefahrernationen wie Portugiesen, Spanier und Engländer keine solche Malerei hervorgebracht hätten.

Willem van de Velde der Ältere und sein Sohn wurden sogar vom englischen König nach London geholt, weil ihre Expertise dort gefragt war. Die Bilder sind einerseits sehr detailliert und realistisch, aber immer auch inszeniert, so dass die Schiffe und die jeweiligen Witterungsbedingungen besonders gut zur Geltung kommen.

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