Wir können von nicht praktizierenden Christen lernen
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Militärbischof Franz-Josef Overbeck. Foto: Kay Nietfeld/Archiv
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Essen (dpa/lnw) - Die Kirche kann nach Meinung des Essener Bischofs Franz-Josef Overbeck viel von Mitgliedern lernen, die zwar noch in der Kirche sind, aber nicht am Gemeindeleben teilnehmen. Das seien etwa 80 bis 90 Prozent aller Kirchensteuerzahler. «Von Menschen, die in Distanz zur Kirche stehen, können wir viel lernen», sagte der Bischof in einem Wort zum neuen Jahr, das am Sonntag in den Kirchen des Ruhrbistums verlesen wurde.

«Oft frage ich mich, was diese Menschen motiviert, die Kirche dennoch finanziell zu unterstützen», sagte er. Diese Leute dächten oft flexibler, stellten Glaubensvorstellungen in Frage und fragten auf unkonventionelle Weise nach Gott. Davon könnten auch praktizierende Katholiken profitieren, denn die Kirche brauche in einer Zeit großer Veränderungen dringend einen Perspektivwechsel.

Overbeck sprach den Druck an, unter dem viele haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter in den Pfarreien derzeit stünden. Dort würden zum Beispiel Gemeinden zusammengelegt, bekannte Strukturen lösten sich auf. «Viele von ihnen haben mit ganz anderen Träumen ihren Beruf gewählt oder ihr kirchliches Engagement begründet.» Trotz der menschlichen Verletzungen und Verwerfungen, zu denen es in diesen Prozessen auch komme, bitte er die Katholiken darum, «in diesen bewegten Zeiten beieinander zu bleiben».

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