Wirtschaftsforschungsinstitut RWI senkt Wachstumsprognose

Essen (dpa) - Die anhaltende Corona-Krise wird nach Einschätzung des Essener Wirtschaftsforschungsinstituts RWI die konjunkturelle Erholung in Deutschland spürbar dämpfen. Die Forscher senkten am Donnerstag ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf 3,6 Prozent. Im Dezember hatten sie noch einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 4,9 Prozent erwartet. Auch für das nächste Jahr reduzierte das RWI die Wachstumserwartungen - von 3,0 auf 2,8 Prozent.

Die RWI-Prognose beruht auf der Annahme, dass der gegenwärtige Anstieg der Corona-Neuinfektionen und damit auch die Zahl der schweren Krankheitsverläufe begrenzt bleiben. Mit seiner Prognose ist das Institut optimistischer als die «Wirtschaftsweisen»: Der Sachverständigenrat rechnet laut seiner am Mittwoch vorgestellten Prognose mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland um 3,1 Prozent in diesem Jahr.

«Das größte Risiko für die wirtschaftliche Erholung ist der weitere Verlauf der Corona-Pandemie», sagte der Konjunkturchef des RWI Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung, Torsten Schmidt. Verzögerten sich durch den Anstieg der Neuinfektionen die schrittweisen Lockerungen der Infektionsschutzmaßnahmen, könne das für eine größere Zahl von Unternehmen das Aus bedeuten. «Das würde nicht nur kurzfristig die wirtschaftliche Erholung verlangsamen, sondern hätte auch längerfristig negative Folgen für die Gesamtwirtschaft», betonte Schmidt.

© dpa-infocom, dpa:210318-99-872746/3

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