Zeugin im NSU-Prozess: Polizei fürchtete zweiten Anschlag in Köln

München (dpa) - Die Kölner Polizei hat nach dem Nagelbombenanschlag in der Keupstraße am 9. Juni 2004 möglicherweise befürchtet, dass eine zweite Bombe explodieren könnte. Das geht aus der Aussage einer Zeugin im NSU-Prozess hervor. Die Zeugin sagte am Mittwoch vor dem Münchner Oberlandesgericht, sie habe an dem Abend auf Weisung der Polizei ihre Wohnung verlassen müssen. Die Beamten hätten ihr gesagt, es gebe «eine Mitteilung, wonach eine zweite Bombe explodieren könnte». Später in der Nacht habe sie nach Hause zurückkehren können.

Andere Zeugen hatten ausgesagt, dass die Polizei die Täter in Kreisen der türkischstämmigen Bevölkerung gesucht habe und Hinweisen auf rechtsextreme Terroristen nicht nachgegangen sei. Bei der Tat waren 22 Menschen verletzt worden. Hauptangeklagte ist Beate Zschäpe. Die Bundesanwaltschaft macht sie für den Anschlag und außerdem für zehn Morde aus überwiegend rassistischen Motiven verantwortlich.

Pressemitteilung zur Anklageerhebung im NSU-Prozess

Terminliste NSU-Prozess erste Jahreshälfte 2015

Terminliste NSU-Prozess zweite Jahreshälfte 2015

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