Andreasens Leidenszeit beendet: Hoffnung auf Vertrag

Hannover (dpa) - Für Leon Andreasen war es ein riesiger Schritt, auch wenn er von der Öffentlichkeit kaum beachtet wurde. Am Montag vor einer Woche betrat der dänische Fußballprofi wieder den Trainingsplatz von Hannover 96 und absolvierte eine Übungseinheit mit dem Bundesliga-Team.

Das war wahrlich keine Selbstverständlichkeit für den Dänen nach insgesamt fünf Operationen und zuletzt sieben Monaten Pause. «Ich weiß bis heute nicht, woran ich genau gelitten habe», sagt der 28 Jahre alte Mittelfeldspieler. Und das, obwohl er lange Zeit Dauergast in Arztpraxen und Krankenhäusern war. Immerhin soviel ist sicher: «Eine Schambeinentzündung war es nicht.» Der Spieler berichtet: «Die letzte Operation im vergangenen Oktober, es wurde Narbengewebe entfernt, scheint geholfen zu haben. Es sieht mittlerweile mit meiner Leiste gut aus.» Nun hofft der 15-malige Nationalspieler, «dass ich die Zeit bekomme, um zu zeigen, dass ich noch etwas draufhabe.»

Die erste Chance dazu kommt viel früher als erwartet. Am Freitag soll Andreasen für die Regionalliga-Reserve von 96 beim SV Meppen spielen. Trainer Valérien Ismaël bestätigte, dass der Däne trotz des großen Trainingsrückstands dafür fest eingeplant ist. Nach den vielen Rückschlägen der Vergangenheit ist Andreasen aber vorsichtig geworden. «Es ist noch zu früh zu sagen: Leon ist zurück», erklärte der Däne zum Stand der Dinge: «Aber ich arbeite sehr hart daran. Ich kann am Mannschaftstraining teilnehmen und baue meinen Körper wieder auf.»

Seit fast 24 Monaten hat der Mittelfeldspieler keine Partie mehr für den niedersächsischen Bundesligisten bestritten. Operationen und Reha-Maßnahmen bestimmen sein Leben. Sein letzter Einsatz war am 29. Spieltag der Saison 2009/2010 gegen den Hamburger SV.

Andreasen absolvierte bisher lediglich 18 Pflichtspiele für Hannover, doch er fühlt sich «nach wie vor wohl» beim Club. «Ich hatte bei 96 bis zu meiner Verletzung eine Superzeit», sagt der leidgeprüfte Däne: «96 ist für mich zu einer zweiten Heimat geworden.»

Der Däne kämpft um sein Comeback und um einen neuen Vertrag. Er hoffe, dass er bleiben könne, sagt er. Und der Mittelfeldspieler schwärmt: «96 hat eine Supermannschaft, in der sich alle gut verstehen, das Umfeld mit Präsident, Sportdirektor und Trainer stimmt.»

Am Höhenflug von Hannover 96 hat Andreasen nur als Zuschauer teilgenommen. Dabei galt er im Januar 2009, als er kurz vor Ende der Transferfrist vom englischen Premier-League-Club FC Fulham nach Hannover kam, als Hoffnungsträger.

«Mit diesem Transfer, der viel Zukunftsperspektiven beinhaltet, können wir kurzfristig auf unsere lange Verletztenliste reagieren», kommentierte damals Vereinspräsident Martin Kind die Verpflichtung für geschätzte zwei Millionen Euro. Doch ausgerechnet der Skandinavier, der mit seiner robusten Spielweise zuvor in der Bundesliga Akzente bei Werder Bremen und Mainz 05 gesetzt hatte, verlängerte die Verletztenliste des Vereins. Bei den entscheidenden Spielen um den Klassenerhalt war er schon nicht mehr dabei.

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