Aserbaidschan bietet Vogts Vertrag bis 2014 an

Baku (dpa) - Aserbaidschan will mit Nationaltrainer Berti Vogts in die Qualifikation zur Fußball-WM 2014 in Brasilien gehen. Der Fußballverband AFFA in der Hauptstadt Baku beschloss einstimmig die Verlängerung des Vertrags mit Vogts bis 2014.

Der frühere Mönchengladbacher habe den Vorzug erhalten gegenüber dem schwedischen Coach Sven-Göran Eriksson, der ebenfalls im Rennen gewesen sei, teilte der Verband in der Ex-Sowjetrepublik mit. Offen blieb zunächst, ob der seit 2008 in Aserbaidschan tätige Vogts zur Fortsetzung seiner Arbeit beim 114. der FIFA-Weltrangliste bereit ist. Für eine Stellungnahme war er zunächst nicht erreichbar.

Zuletzt hatte der 64-Jährige mehrfach von einem möglichen Abschied zum Jahresende gesprochen. Zudem war Vogts zwischenzeitlich auch als Coach der türkischen Auswahl im Gespräch. Die Verträge von Vogts und seinem Assistenten, Ex-Nationaltorwart Uli Stein, in Aserbaidschan laufen zum Jahresende aus. Beobachter in Baku zeigten sich von dem eindeutigen Votum der Verbandsführung überrascht. Nach AFFA-Angaben absolvierte Vogts bisher 42 Spiele als Trainer von Aserbaidschan. 9 Siege stehen bei 10 Unentschieden 23 Niederlagen gegenüber.

Zuletzt hatte es am Kaspischen Meer auch Kritiker gegeben, die Vogts ein gestörtes Verhältnis zu einheimischen Vereinen vorwerfen. Der Trainer besuche zu selten Ligaspiele, hieß es. Auch zu den einheimischen Medien hat der Weltmeister von 1974 eine schwierige Beziehung. Pressevertreter hatten wiederholt eine «falsche Taktik» kritisiert. In der Qualifikation zur Europameisterschaft 2012 hatte der Kaukasusstaat in der deutschen Gruppe den vorletzten Platz belegt. Vor der 1:3-Heimniederlage gegen die DFB-Elf im Juni 2011 war Vogts am Rande der Pressekonferenz mit Klopapier beworfen worden.

In der EM-Qualifikation hatte das Vogts-Team mit einem 1:0 gegen die Türkei für Furore gesorgt. Unterstützer des Coachs im Verband billigen dem Trainer zu, er habe den meist international unerfahrenen Spielern mehr über Technik und Taktik beigebracht. «Alles in allem lief die EM-Qualifikation nicht so schlecht», sagte das AFFA-Vorstandsmitglied Kasbek Tuajew in Baku. «Außerdem hätte sich Eriksson erst einarbeiten müssen. Da ist es besser, wenn Vogts weitermacht.» In der Qualifikation zur WM 2014 trifft Aserbaidschan auf Russland, Portugal, Nordirland, Israel und Luxemburg.

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