Aus für Daum: Hannover im Europa-League-Achtelfinale

Brügge (dpa) - Hannover 96 hat Christoph Daum und seinen FC Brügge aus der Europa-League geschossen. Eine Woche nach dem hochdramatischen 2:1-Sieg über die Belgier schafften die Niedersachsen mit einem 1:0 (1:0)-Auswärtssieg souverän den Einzug ins Achtelfinale.

Für den Bundesliga-Siebten ist es der größte Erfolg der Vereinsgeschichte auf der internationalen Fußball-Bühne. «Das Spiel unserer Mannschaft war überzeugend», sagte Clubchef Martin Kind. «Das ist eine außergewöhnliche Entwicklung. Da können wir stolz auf die Mannschaft sein.»

Mame Diouf (21.) erzielte für den zweimaligen deutschen Meister das Tor. Nationaltorhüter Ron-Robert Zieler war mit einer Klasseleistung einmal mehr Garant und ist nun genau wie sein Team in diesem Jahr noch ungeschlagen. Mit starken Paraden verhinderte der junge Schlussmann durchaus mögliche Treffer der Hausherren im Jan-Breydel-Stadion. «Es war ein heißer Kampf. Wir wussten, dass es ein hartes Spiel wird, gerade auf diesem Boden», sagte Zieler. «Das ist ein Super-Gefühl, für die Mannschaft, für die Fans, für die Stadt.»

Beim Kampf um den Einzug ins Viertelfinale geht es für Hannover am 8. März erneut nach Belgien zu Standard Lüttich, schon in der Gruppenphase Gegner. Dort wird Jan Schlaudraff fehlen, der in Brügge die zweite Gelbe Karte gezeigt bekam. Das Achtelfinal-Rückspiel in der AWD-Arena wird am 15. März angepfiffen. Zuhause war Hannover über ein 0:0 nicht hinausgekommen, in Lüttich hatte man mit 0:2 verloren. «Diese Herausforderung werden wir annehmen und unsere Chance nutzen», sagte Kind.

Auf dem Fußball-Acker in Flandern erzielte der in der Winterpause aus Manchester gekommene Diouf die so wichtige Führung für das Team von Trainer Mirko Slomka. Vor der Begegnung hatte Brügges Trainer Daum geschimpft: «Unser Platz ist so schlecht, dass ein Bauer seine Kühe nicht darauf lassen würde, aus Angst, dass sie sich die Beine brechen.»

Slomka hatte sein Team vier Tage nach der Gala gegen Stuttgart einmal mehr prima eingestellt. Die 96er standen in der Raute - Schlaudraff wirbelte hinter den beiden Spitzen Diouf und Abdellaoue. Der Norweger war es denn auch, der sich vor dem überraschenden Führungstor das Leder im Mittelfeld erkämpfte. Danach spielte er weiter auf Stindl und der hatte viel Platz für seine Flanke. Im Fünfmeterraum rutschte zunächst Hoefkens am Ball vorbei, doch Diouf stand goldrichtig.

Zu Beginn waren die Gäste im Glück gewesen, später hätten sie schnell auf 2:0 erhöhen können. Nach einem Alleingang scheiterte Schlaudraff (33.), zwei Minuten Abdellaoue aus kurzer Distanz an Brügges Schlussmann Coosemans.

Kurz vor und nach der Pause stand dann Hannovers Torhüter im Blickpunkt. Zunächst sah er die Gelbe Karte, weil er sich nach einem Foul heftig aufgeregt hatte. Danach sicherte er die Führung, als er gegen Meuniers Kopfball einen tollen Reflex zeigte. Nach dem Wechsel drängten das Team von Trainer Daum auf den Ausgleich. Immer wieder war es der Keeper, der hielt, was zu halten war.

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