Bayern nur 0:0 in Hoffenheim - Aber Vereinsrekord

Sinsheim (dpa) - Der FC Bayern darf auch im vierten Jahr hintereinander nicht als Sieger auf die Wiesn, kann auf dem Oktoberfest aber dennoch einen Vereinsrekord feiern. Die Münchner kamen mit dem 0:0 bei 1899 Hoffenheim zum elften Pflichtspiel hintereinander ohne Gegentor.

Beim Tabellenführer der Fußball-Bundesliga war vor 30 150 Zuschauern in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena von Sinsheim Manuel Neuer der Mann des Tages: Der Nationaltorwart knackte die 1000-Minuten-Marke ohne Gegentor. Seit nun 1018 Zeigerumdrehungen musste er in Pflichtspielen nicht hinter sich greifen.

«Das ist der Rekord der Mannschaft», betonte Neuer. «Das war nicht unser frischester Tag, aber wir sind froh, dass wir den Punkt geholt haben.» Die Hoffenheimer konnten trotz eines beherzten Auftritts auch im siebten Anlauf nicht den ersten Sieg gegen den FC Bayern feiern. «Wir müssen das Spiel gewinnen, das ist so! In dieser Partie waren wir 65 Minuten die bessere Mannschaft», ärgerte sich 1899-Coach Holger Stanislawski. «Aber wir sind richtig gut gewesen.»

Gegenüber dem 2:0-Erfolg in der Champions League über Manchester City veränderte Jupp Heynckes seine Mannschaft auf zwei Positionen: Anatoli Timoschtschuk spielte im defensiven Mittelfeld, für ihn musste ausgerechnet der Ex-Hoffenheimer Luiz Gustavo zunächst draußenbleiben. Im dritten Spiel hintereinander nicht in der Startformation war Arjen Robben, der Flügelflitzer kam jedoch nach der Pause für den unauffälligen Franck Ribéry. Für den kurzfristig verletzten Rafinha (Leistenverhärtung) spielte Nationalspieler Holger Badstuber. «Franck hatte eine Wadenverhärtung, man hat im Spiel gesehen, dass das nicht der wahre Ribéry war», erklärte Heynckes und verteidigte auch die Maßnahme, Robben nicht von Anfang an zu bringen: «Das war eine Entscheidung von uns beiden. Er hat gestern ganz klar gesagt, es ist besser, wenn er später reinkommt.»

Mit viel Respekt, aber einer meist sicheren Abwehr begegnete der Tabellenvierte aus Hoffenheim dem Rekordmeister. In der 17. Minute tauchten die Bayern erstmals gefährlich vor dem gegnerischen Tor auf, als Toni Kroos Jérome Boateng freispielte und der Außenverteidiger aus spitzem Winkel auf Tom Starke zulief. Der Keeper kam noch mit der Hand an den Ball, Isaac Vorsah klärte den Rest auf der Torlinie.

Nach 22 Minuten glänzte Neuer und kratzte einen Kopfball von Marvin Compper aus dem Winkel. «Das zeigt, dass ich nicht nur Statist bin», meinte der 22-Millionen-Euro-Mann später lächelnd, nachdem er zuletzt oft beschäftigungslos geblieben war. Diese Szene war der Startschuss für die Hoffenheimer, mehr zu wagen. Gylfi Sigurdsson und Ryan Babel machten jedoch zu wenig aus ihren Schussmöglichkeiten. Der Münchner Flügelzange mit Ribéry und Thomas Müller, der vom Ex-Bayern-Profi Edson Braafheid gut zugedeckt wurde, gelang im ersten Durchgang nicht viel. Allerdings spielten die Gäste beim ersten Remis in dieser Saison auch ohne sich voll zu verausgaben.

Da auch Torjäger Mario Gomez keine Bäume ausriss, musste er nach 50 Minuten für David Alaba weichen, der vergangene Saison noch als Leihgabe bei Hoffenheim spielte. Die Bayern kamen einfach nicht richtig in Schwung, Robben biss sich ebenso wie zuvor Ribéry an Braafheid die Zähne aus. Ein Abstaubertor von Bastian Schweinsteiger gab Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer wegen Abseits nicht, Kroos vergab in der Schlussphase noch die Chance zum Tor des Tages.

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