FCA will die Wende - Sieg gegen den Vizemeister

Augsburg (dpa) - Vor der Rückkehr auf die Champions-League-Bühne muss Bayer Leverkusen zum Bundesliga-Neuling FC Augsburg. Die Schwaben hoffen nach einem mauen Zwei-Punkte-Saisonstart endlich auf den ersten Sieg im deutschen Fußball-Oberhaus.

Vor ausverkauftem Haus zum ersten Bundesliga-Sieg der Vereinsgeschichte? Die Geduld im Umfeld des Neulings FC Augsburg schwindet so langsam, der erste Dreier soll endlich her - zumal die Anfangseuphorie nach zwei Pleiten und zwei Remis fast schon wieder verpufft ist. Ein Prestigeerfolg gegen Vizemeister Leverkusen am Freitag käme angesichts des mauen Zwei-Punkte-Starts gerade noch zum rechten Zeitpunkt, um die Stimmung nicht kippen zu lassen. «Die Phase der Eingewöhnung ist vorbei», sagte Trainer Jos Luhukay.

Für Bayer, klar in der Favoritenrolle, ist die Fluchtlichtpartie in der bereits ausverkauften Augsburger Arena eine Generalprobe. Am Dienstag kehrt die Werkself beim FC Chelsea auf die große Champions-League-Bühne zurück. «Wir lassen die Vorfreude auf diese Partie erst nach dem Schlusspfiff in Augsburg an uns ran. Wir konzentrieren uns zu einhundert Prozent auf die Partie in Augsburg», äußerte Trainer Robin Dutt am Donnerstag. Dennoch nutzte er die Länderspielpause für erste Video-Analysen des englischen Topclubs.

In Augsburg wissen Trainer Luhukay und Manager Andreas Rettig um die schon jetzt schwierige Ausgangsposition. «Wir müssen schon eine Topleistung abrufen, um vielleicht den ersten Sieg in der Saison einzufahren. Wir dürfen keinesfalls zu schüchtern oder zu ängstlich auftreten», meinte der niederländische Coach.

Bereits nach vier Spielen und wenig erfolgreichen Auftritten stecken die Schwaben im Keller fest. Der FCA schaffte es nicht, das Stimmungshoch und den Vorteil einer eingespielten Mannschaft aus dem Sommer mit in die Beletage zu retten. Auch finanziell stößt der Club an seine Grenzen: Trotz eines weitaus größeren Bedarfs konnte Rettig im Schlussverkauf Ende August nur einen weiteren Zugang verpflichten. Dawda Bah, Offensivmann vom finnischen Meister HJK Helsinki, winkt prompt ein Platz in der Startformation.

Im Sturmzentrum dürfte Sommer-Schnäppchen Sascha Mölders gesetzt sein, der für schlappe 175 000 Euro Ablöse vom Zweitligisten FSV Frankfurt kam und bis dato alle drei Saisontore erzielte. Der bisher gesetzte Mittelfeldspieler Marcel Ndjeng (Arthroskopie) fällt länger aus. «Man darf nicht aus den Augen verlieren, wo wir herkommen und wo Leverkusen steht», mahnte Manager Rettig, nicht zu viel von der Augsburger Mannschaft zu erwarten.

Bayer-Trainer Dutt weiß um die Probleme des bayerischen Clubs. «Als Aufsteiger ist es immer hart, sich Punkt für Punkt zu erarbeiten», sagte der Ex-Freiburger, der auf Michal Kadlec (Rotsperre), Tranquillo Barnetta (Knie) und auch weiterhin René Adler (Patellasehne) verzichten muss. Konzentration und Disziplin müssten die Basis sein, um Augsburg «spielerisch zu knacken».

Schon jetzt ist die Leverkusener Einstimmung auf die Rückkehr aufs europäische Fußball-Parkett kommende Woche groß - Dutt aber setzt seine ganz eigenen Prioritäten: «Wenn man zu mir sagst, Du bekommst einen Sieg aus den nächsten zwei Spielen, dann würde ich einen Sieg in Augsburg nehmen», meinte er.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

FC Augsburg: Jentzsch - Callsen-Bracker, Sankoh, de Roeck, Davids - Hosogai, Sinkala - Bah, Baier, Bellinghausen - Mölders

Bayer Leverkusen: Leno - Balitsch, Reinartz, Toprak, Castro - Bender, Rolfes - Renato Augusto - Sam, Kießling, Schürrle

Schiedsrichter: Zwayer (Berlin)

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