Hitzfeld: Psychologe für Schiedsrichter sinnvoll

München (dpa) - Eine gute Woche nach dem Selbsttötungsversuch von Referee Babak Rafati hat Fußball-Trainer Ottmar Hitzfeld mehr psychologische Unterstützung für Schiedsrichter vorgeschlagen.

«Man braucht vielleicht auch ein bisschen mehr psychologischen Beistand. Die meisten Vereine haben auch schon einen Psychologen eingestellt. Und es wäre auch wichtig für die Schiedsrichter, dass diese auch einen Psychologen zur Verfügung haben. Damit man so ein Spiel noch einmal im Nachhinein verarbeiten kann», sagte der Schweizer Nationalcoach in der Sport1-Sendung «Audi Star Talk».

«Wir als Trainer können mit den Spielern darüber sprechen. Wir werden zwar von den Medien kritisiert, aber das Leben und das Training gehen weiter. Wir können das verarbeiten», führte der langjährige Bayern-Trainer aus. «Aber die Schiedsrichter gehen nach Hause, schließen sich ein und haben bis auf Frau und Familie niemanden um darüber zu sprechen. Von daher wäre es schon sinnvoll, dass man den Schiedsrichtern mehr psychologische Hilfe geben sollte.»

Schockiert drückte Hitzfeld seine Anteilnahme am Tod des walisischen Nationaltrainers Gary Speed aus, der erhängt in seinem Haus gefunden wurde. «Wir haben ja erst vor vier Wochen gegeneinander gespielt», sagte Hitzfeld mit Blick auf das 0:2 der Eidgenossen gegen Wales. «Aber es fällt einem ja nie etwas auf, wenn jemand psychische Probleme hat, weil man darüber nicht gerne spricht.»

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