Höfl-Riesch um Wimpernschlag vorne: «Wahnsinn»

Are (dpa) - Ein paar Momente wartete Maria Höfl-Riesch, bis sie nach ihrer Zieleinfahrt vor Freude die Arme in die Höhe riss. Nicht sofort schien sie realisiert zu haben, dass Platz eins an der Anzeigetafel stand - und beim Weltcup-Slalom von Are standen auch noch zwei Skirennfahrerinnen oben.

Als das Hundertstelglück im Vergleich zur Österreicherin Marlies Schild und Veronika Zuzulova aus Slowakei dann auf Höfl-Rieschs Seite war, durfte die Doppel-Olympiasiegerin über ihren dritten Saisonsieg jubeln. «Ich war froh, als ich als Führende im Ziel war», sagte die Partenkirchenerin, die mit einem Wimpernschlag vor Zuzulova lag, «dass ich das Glück mit der einen Hundertstel auch noch habe, ist ein Wahnsinn.»

Damit bewies Höfl-Riesch im ewigen Auf und Ab dieser Saison wieder einmal aufs Neue ihre viel gerühmten Stehauf-Qualitäten. Noch am Vortag war sie bereits im ersten Riesenslalomdurchgang ausgeschieden. «Man muss Ausfälle auch abhaken können. Ich bin in einer Position, wo ich nicht mehr viel zu verlieren habe», sagte die 27-Jährige. Bei den letzten vier Rennen beim Saisonfinale in Schladming geht es für die Gewinnerin der Großen Kristallkugel des Vorjahrs noch um den zweiten Platz in der Gesamtwertung. Auf die Slowenin Tina Maze fehlen Höfl-Riesch 111 Punkte.

Nachdem sich die Amerikanerin den größten Preis im Weltcup am Vortag bereits zum vierten Mal gesichert hatte, schied sie im Torlauf aus. Dennoch jagt sie weiter den 2000-Punkte-Rekord von Hermann Maier (Österreich/Jahr 2000) und den der besten Dame Janica Kostelic (Kroatien/Jahr 2006/1970 Punkte). Dafür benötigt Vonn beim Showdown in Österreich noch 192 Zähler.

Die Österreicherin Schild fiel als Siegerin der Disziplinwertung im zweiten Lauf von Rang zwei auf sechs zurück. «Ich hab mich einfach schwergetan», meinte die Slalom-Dominatorin, die erstmals diese Saison von Höfl-Riesch bezwungen wurde. «Es zwickt einfach ein bisserl. Das müssen wir analysieren und schauen, dass es besser wird.»

Hinter der strahlenden Siegerin Höfl-Riesch erreichte der Deutsche Skiverband ein solides, aber nicht überragendes Ergebnis. Erstmals in dieser Saison kamen sechs Fahrerinnen unter die besten 30, doch nur für Christina Geiger sprang als 15. noch ein weiteres Top-15-Resultat heraus. Lena Dürr als 17., Fanny Chmelar auf Rang 23, Veronika Staber als 28. und Katharina Dürr als 29. holten ebenfalls Weltcup-Punkte.

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