Holtby und Co. schon in EM-Form - souveränes 1:0

Borissow (dpa) - Die Endrunde ist längst noch nicht erreicht, doch mit dem dritten Sieg in Serie beim wohl stärksten Konkurrenten haben die U 21-Junioren schon EM-Form bewiesen. «Bisher sieht es rosig aus», sagte Kapitän Lewis Holtby nach dem 1:0 (1:0)-Erfolg in Borissow gegen Weißrussland.

Mit 9 Punkten hat das DFB-Team die Tabellenführung vor Bosnien und den Weißrussen (beide je 4) ausgebaut. «Wir sind einen großen Schritt weiter und haben eine starke Ausgangsposition», befand auch Trainer Rainer Adrion nach der guten Vorstellung seiner Mannschaft, die durch den Treffer von Alexander Esswein (29.) zum verdienten Sieg kam.

Nach dem relativ leichten Aufgalopp gegen Zypern (4:1) und San Marino (7:0) hat die DFB-Auswahl auch den ersten Härtetest bestanden. «Das war ein hochverdienter Sieg. Wir haben die Partie über 90 Minuten dominiert und keine Chancen zugelassen», meinte Adrion, der im Gorodskoi-Stadion seine derzeit beste Elf präsentieren konnte.

Vor allem die Rückkehr von Ilkay Gündogan und Sebastian Rudy hat dem Team gut getan. Dem Siegtreffer von Esswein, der vom linken Strafraumeck mit einem sehenswerten Rechtsschuss traf, ging eine lange Flanke von Rudy voraus. «Da hat er einen tollen Ball gespielt», sagte der Torschütze.

Auch Holtby, der zuletzt immer zu den auffälligsten Akteuren in der U-21-Auswahl zählte, zeigte wieder eine ansprechende Leistung und war zufrieden mit der Vorstellung der ganzen Mannschaft. «Das war wie bei Sudoku ein Rätsel, das wir lösen mussten», sagte der Schalker Profi, der mit acht Treffern bester Torschütze im Team ist.

Adrion war überrascht, dass sich die Weißrussen fast nur defensiv präsentierten. «Ich dachte sie riskieren mehr», meinte der DFB-Coach. In der Abwehr ging es teilweise hart zur Sache. «Wir wussten, dass der Gegner aggressiv und unangenehm zu spielen ist. Teilweise wurden auch die Grenzen der Fairness überschritten. Es war wichtig, dass wir uns gewehrt haben», sagte Gündogan, der einige Male unsanft von den Beinen geholt wurde. Schlimmer hat es Sebastian Neumann von Hertha BSC erwischt. Der Innenverteidiger musste bereits nach sieben Minuten mit einer schweren Mittelfußprellung ausgewechselt werden.

Mit zwei weiteren Erfolgen in den nächsten beiden Partien gegen Bosnien am 6. Oktober in Ingolstadt und am 10. Oktober in San Marino hätte die deutsche Mannschaft auf der Hälfte des Weges schon die optimale Punkteausbeute und dürfte die Playoffs zur Endrunde dann fast schon einplanen. Die Bilanz seit dem Neuaufbau im vergangenen September kann sich sehen lassen.

In elf Spielen gab es nur eine Niederlage, 27 erzielte Tore und Prestigeerfolge gegen Teams wie England und die Niederlande. Damit ist das Selbstbewusstsein in der Mannschaft enorm gestiegen. «Wir haben so viel Qualität, wir brauchen uns vor keinem Team zu verstecken», sagte Holtby.

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