Kloses Römer fordern zum Auftakt Meister Milan

Rom (dpa) - Der Spielerstreik ist vorbei - und «Grande Miro» fordert mit Lazio Rom gleich zum Start der Serie A Titelverteidiger AC Mailand heraus. Nach 22 Jahren ohne Sieg beim italienischen Fußball-Meister Milan träumen Miroslav Klose und seine Römer am Freitagabend von einem fulminanten Coup.

«Jetzt ist es gut, dass es losgeht, und für uns gleich mit einem Topspiel beim Meister», sagte Klose. Der deutsche Nationalspieler, der dem Hauptstadt-Club neues Selbstvertrauen eingeimpft hat, wurde vor Saisonstart mit Lob überschüttet. Für die Sportgazetten ist der 33-Jährige Lazios «Tor-Kanone», für Trainer Edy Reya der zuverlässige Vollstrecker. Klose selbst hat vor allem ein Ziel: «Ich will verletzungsfrei in der EM-Saison bleiben.»

Trotz der von Klose und seinem kongenialen Sturmpartner Djibril Cissé geschürten Euphorie, dürfte der Berlusconi-Club für Lazio eine Nummer zu groß sein. Milan startet als klarer Liga-Favorit. «Wir sind stärker als alle anderen», sagte Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic. Der mit neun Millionen Euro bestverdienende Spieler der Serie A will mit Milan in dieser Saison zudem die Champions League gewinnen.

In Italien ist Milan das Maß aller Dinge, da Erfolgscoach Massimiliano Allegri auf ein eingespieltes Star-Ensemble bauen kann. 160 Millionen Euro gibt Milan in dieser Saison Schätzungen zufolge für Spielergehälter aus, die Serie A insgesamt 1,1 Milliarden Euro.

Milans härteste Titelrivalen dürften Stadtrivale Inter und der SSC Neapel sein. Pokalsieger Inter muss aber erst noch beweisen, dass er unter dem neuen Coach Gian Piero Gasperini und nach dem Abschied von Tor-Garant Samuel Eto'o Milan Paroli bieten kann. Als Spezialist für die wichtigen Tore holten die Mailänder mit dem Uruguayer Diego Forlan wieder einen Weltklassestürmer. Inter-Kapitän Javier Zanetti glaubt fest an die Titelchance: «Wir sind stärker als im vergangenen Jahr», meinte der Argentinier vor Inters Spiel am Sonntag in Palermo.

Auch Juventus Turin zählt sich selbst zu den Titelanwärtern. «Der Scudetto wird nach Hause kommen», prophezeite Juves Urgestein Alessandro del Piero. Die eigene Arena soll das Team des neuen Trainers Antonio Conte beflügeln. Am Sonntag spielen die Turiner gegen den AC Parma ihr erstes Ligaspiel im modernen Fußball-Palast.

Alle anderen Top-Clubs kicken derweil weiter in ihren veralteten WM-Stadion von 1990 und regen sich permanent darüber auf. Der AS Rom mit seinem neuen amerikanischen Besitzer Thomas Di Benedetto will bald auch eine eigene Arena bauen. Vor dem ersten Spiel gegen Cagliari aber beherrscht der Machtkampf zwischen dem neuen Trainer Luis Enrique und «Mr. Roma» Francesco Totti die Schlagzeilen in der Hauptstadt. Geht das interne Hickhack weiter, werden die Römer wohl nicht mal Chancen auf den anvisierten Einzug in die Champions League haben, den sich auch Lokalrivale Lazio zum Ziel gesetzt hat.

Der zweite Deutsche in der Serie A, Alexander Merkel, hat mit seinem neuen Team CFC Genua bescheidenere Ziele: «Ich hoffe, dass wir in den Europacup einziehen», sagte der Junioren-Nationalspieler. Für sich selbst hofft der 19-Jährige nach seinem Wechsel vom großen AC Mailand nach Genua vor allem auf mehr Einsätze. «Ich bin noch jung und will spielen», sagte Merkel. Zum Saisonauftakt am Sonntag gegen Atalanta Bergamo wird er wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel aber nicht dabei sein.

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