Magath erfüllt VW-Wunsch: Wolfsburg siegt gegen Bayer

Wolfsburg (dpa) - Drei Jahre lang gewann Bayer Leverkusen jedes Spiel gegen den VfL Wolfsburg. Nun präsentierte sich Bayer als perfekter Aufbaugegner für den Möchtegern-Europapokalteilnehmer. Dank gütiger Mithilfe siegt Wolfsburg 3:2 und stimmt Geldgeber VW gnädig.

Nach zuletzt drei Siegen in Serie in der Fußball-Bundesliga verlor der Vizemeister beim VfL Wolfsburg mit 2:3 (1:2) und klagt obendrein über fünf Verletzte. «Jetzt müssen wir wieder aufstehen und am nächsten Wochenende wieder gewinnen», sagte Bayers Sportdirektor Rudi Völler nach der ersten Niederlage im Duell der Werksclubs seit fast drei Jahren.

Die frühe Führung durch Stefan Kießling (3. Minute), der trotz einer tiefen Platzwunde durchspielte, und das späte 2:3 durch Eren Derdiyok (90.+1) waren zu wenig für die Rheinländer. Nach furiosem Beginn Leverkusens hatten Ex-Bayer-Profi Patrick Helmes (33.), Ashkan Dejagah (45.) und ein Eigentor von Michal Kadlec (61.) das Spiel zwischendurch zugunsten des VW-Clubs gedreht.

«Nach einer Viertelstunde müssen wir 3:0 führen. Dann ist das Spiel gegessen, ganz einfach. Dann haben wir fünf Verletzte, Umstellungen, zu viel Unordnung und keine Stabilität mehr», erklärte Leverkusens Trainer Robin Dutt. Neben Kießling verletzten sich auch Ömer Toprak (muskuläre Probleme), Stefan Reinartz (Sprunggelenk), Lars Bender (Muskelfaserriss) und Simon Rolfes (Platzwunde). Bei den Nationalspielern Rolfes und Bender rechnet Dutt mit Zwangspausen.

«Momentan habe ich kein Bedürfnis, auf die Tabelle zu schauen, sondern mich darum zu kümmern, nächste Woche eine schlagkräftige Truppe zu haben», klagte Dutt. Als Rolfes bereits in der 27. Minute nach einem Luft-Zweikampf mit Wolfsburgs Jan Polak vom Feld musste, kippte das Spiel. Vor allem in der Anfangsphase hatte Bayer die nicht bundesligareife VfL-Abwehr auseinandergenommen.

«Danach können wir uns bei unseren Fans bedanken», befand Wolfsburgs Coach Felix Magath, der im Vorfeld des Spiels an die eigenen Anhänger appelliert hatte, auch in schwierigen Phasen die eigene Elf nicht auszupfeifen, sondern anzufeuern. Vor zwei Wochen hatte sich der VfL beim 1:2 gegen Hoffenheim noch ein gellendes Pfeifkonzert gefallen müssen. Dies blieb diesmal aus und Wolfsburg kämpfte sich zurück ins Spiel.

Allerdings machte es Leverkusen Wolfsburg bei allen drei Toren leicht: Der Ausgleich fiel nach einem Stellungsfehler von Daniel Schwaab, das 1:2 war nicht unhaltbar und das 1:3 ein Eigentor. Magath war dies allerdings egal. Er kam dem unmissverständlichen Auftrag von VfL-Eigener Volkswagen nach, endlich mal wieder ein Spiel zu gewinnen. Vor dem Spiel hatte VW erstmals Druck auf Magath gemacht und ihn an das Ziel Europapokal-Qualifikation erinnert. Davon ist der Meister von 2009 trotz des Sieges allerdings noch ein gutes Stück entfernt.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 44,6 - 55,4

Torschüsse: 11 - 7

gew. Zweikämpfe in %: 55,6 - 44,4

Fouls: 25 - 16

Ecken: 4 - 3

Quelle: optasports.com

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