Pechstein bezieht wieder Sporthilfe-Förderung

Berlin (dpa) - Nach siebenjähriger Pause ist die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein wieder in die Sporthilfe-Förderung aufgenommen worden.

Nach einer zweitägigen Sitzung entschied der Gutachterausschuss der Sporthilfe, dass die Berlinerin die erforderlichen sportlichen Voraussetzungen für die finanzielle Unterstützung erfüllt habe. Die Athleten-Vereinbarung und der Sporthilfe-Eid, mit dem sie sich verpflichtet, nicht zu dopen, sind ebenfalls unterschrieben.

«Ich freue, mich nun wieder gefördert zu werden, für mich bedeutet dies auch einen weiteren Schritt zu meiner öffentlichen Rehabilitierung», sagte Pechstein der Nachrichtenagentur dpa. Der Antrag war am 17. Oktober bei der Sporthilfe eingegangen.

Pechstein war bereits vom 1. Januar 1991 bis zum 19. November 2004 im Sporthilfe-Förderprogramm, ehe sie wegen hoher Sponsoren-Einkünfte freiwillig auf die Gelder verzichtet hatte. Durch ihre zweijährige Sperre wegen auffälliger Blutwerte hat sich jedoch vieles verändert. Der immense Kostenfaktor spielt keine unwesentliche Rolle. Vor allem die Rechtsstreitigkeiten haben sehr viel Geld gekostet.

Nach der Entscheidung der Sporthilfe hofft die 39-Jährige nun, dass sich auch ihr Status bei ihrem Arbeitgeber Bundespolizei bald ändern wird. Pechstein hat einen Antrag auf Rückkehr in die Sportfördergruppe der Bundespolizei gestellt - seit gut einem halben Jahr hat sie Sonderurlaub ohne Bezüge. Ihr Antrag wird vom Bundesinnenministerium derzeit geprüft.

«Ich hoffe sehr, dass eine faire Entscheidung getroffen wird», hatte sie bereits vor Wochen gesagt. Nach Ablauf ihrer Sperre hatte sie bei der WM Anfang März in Inzell zwei Bronzemedaillen erkämpft. Zudem gehört sie inzwischen wieder zum A-Kader der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG).

«Die Gespräche mit den Spitzenfunktionären des deutschen Sports laufen schon seit geraumer Zeit in einer guten Atmosphäre. Ich habe das Gefühl, dass spätestens seitdem bei mir eine von meinem Vater vererbte Blutanomalie diagnostiziert wurde, niemand mehr an mir zweifelt», sagte Pechstein. Gewisse ISU-Funktionäre und BMI-Vertreter sehen dies möglicherweise anders.

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