Schalker Wunder bleibt aus - Auch Hannover raus

Hannover (dpa) - Das Schalker Fußball-Wunder ist ausgeblieben und auch für Hannover 96 ist die Reise durch Europa beendet. Das deutsche Duo schied am Donnerstag trotz kämpferischer Leistungen im Viertelfinale der Europa League aus.

Schalke kam nach dem 2:4 im Hinspiel nicht über ein 2:2 (1:1) bei Athletic Bilbao hinaus. Klaas-Jan Huntelaar (29. Minute) und Raúl (52.) ließen das Team von Trainer Huub Stevens hoffen, Ibai Goméz (41.) und Markel Susaeta (55.) trafen allerdings für die Basken.

Hannover konnte das 1:2 aus der Partie bei Atlético Madrid nicht drehen und verlor im Rückspiel vor heimischer Kulisse ebenfalls mit 1:2 (0:0). Adrian Lopez (63.) und Falcao (87.) trafen für die Spanier, Mame Diouf (81.) konnte zwischenzeitlich nur ausgleichen.

Schalke-Trainer Huub Stevens bot wie erwartet ein sehr offensiv eingestelltes Team auf. Beide Mannschaften waren schnell auf Betriebstemperatur. Athletic-Stürmer Iker Munain scheiterte per Kopf an Gäste-Schlussmann Lars Unnerstall (7.), auf der Gegenseite lenkte Keeper Gorka Iraizoz einen Volleyschuss von Huntelaar über die Latte (9.). Dann half den engagierten Schalkern einmal mehr ihr Top-Torjäger. Huntelaar schnappte sich nach einem kapitalen Fehlpass der Gastgeber den Ball, zog flach aus 20 Metern ab und traf ins kurze Eck. Es war das 42. Tor des Niederländers im 41. Pflichtspiel der Saison.

Die Basken zeigten sich nur kurz irritiert, zumal Ander Herrera kurz darauf angeschlagen vom Feld musste. Ausgerechnet der für ihn eingewechselte Ibai Gómez sorgte für den Ausgleich, als er ungestört aus 20 Metern mit einem herrlich angeschnittenen Schuss Unnerstall keine Chance ließ.

Trotz der zu diesem Zeitpunkt minimalen Hoffnung auf eine Sensation schaltete der Bundesliga-Dritte auch nach der Pause zunächst nicht auf Kräfteschonung um. Raúl setzte einen traumhaften 18-Meter-Kracher in den Torwinkel. Aber wieder hatte der achtmalige spanische Meister die passende Antwort. Munain sah den frei stehenden Susaeta, und der traf mit einem Flachschuss ins rechte Eck.

In Hannover verteidigte Madrid mit ein wenig Glück und ganz viel Geschick den knappen Vorsprung aus dem Hinspiel. Vor 44 000 Zuschauern in der ausverkauften AWD-Arena war 96 zwar lange Zeit die engagierte Mannschaft. Allerdings agierte die Elf von Trainer Mirko Slomka, für die bereits die erstmalige Viertelfinalteilnahme in einem Europacup der größte internationale Erfolg war, gegen defensiv sehr souveräne Spanier im Angriff glücklos.

Nach einer zähen ersten Halbzeit wurde Atlético mutiger und band Hannover in der Defensive. Beim ersten Treffer narrte Adrían gleich vier 96-Akteure inklusive Nationaltorhüter Ron-Robert Zieler. Erst danach ging Hannover mehr Risiko. Slomka wechselte in Mohammed Abdellaoue einen weiteren Stürmer ein und läutete damit eine Schlussoffensive ein. Diouf traf direkt bei der ersten echten Torchance von 96. Statt wütender Angriffe von 96 folgte der bittere Volleytreffer von Torjäger Falcao. Hannovers Anhänger feierten ihr Team dennoch und sangen «Wir sind stolz auf unser Team.»

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