Starker Auftakt: Neuner Dritte, Zimmerkollegin 6.

Östersund (dpa) - Erst bejubelte Magdalena Neuner ihren starken Saisonauftakt, dann das tolle Ergebnis ihrer Zimmerkollegin Franziska Hildebrand. «Sauber, Franzi. Superrennen», rief die Rekord-Weltmeisterin ihrer Mannschaftskameradin im Zielraum zu und unterbrach dafür extra ein Fernsehinterview.

Zuvor hatte die Doppel-Olympiasiegerin in Östersund mit Platz drei im Einzel über 15 Kilometer den besten Saisonstart seit 2008 hingelegt und war damit rundum zufrieden. «Das ist ein super Einstand. Auch wenn mir läuferisch noch der letzte Punch gefehlt hat, da muss ich noch mal das Rohr durchblasen», meinte sie mit einem Schmunzeln.

Franziska Hildebrand wird ihr erstes Rennen im Weltcup unterdessen wohl nie vergessen. «Das ist super geil. Ich bin wahnsinnig glücklich», sagte die 24-jährige und schaute dabei immer wieder fast ein bisschen perplex auf die Anzeigetafel. Nur ein Schießfehler und Platz sechs bedeuteten am Ende auch das Knacken der internen Qualifikationsnorm für die WM im März in Ruhpolding. «Das ist der absolute Wahnsinn», schrie Hildebrand ihre Freude in den schwedischen Nachthimmel. Auch Damen-Bundestrainer Gerald Hönig zog ein positives Fazit: «Das macht Lust auf mehr. Mit dem Auftakt sind wir sehr zufrieden.»

Die anderen deutschen Starterinnen patzten allesamt am Schießstand. Nach insgesamt 18 Fehlern lagen Andrea Henkel (4 Fehler/Platz 17), Tina Bachmann (4/22), Sabrina Buchholz (4/23) und Miriam Gössner (6/43) zurück. «Ich bin nicht ganz zufrieden, vier Fehler sind zuviel», sagte Andrea Henkel, die Munition vergessen hatte und dadurch Zeit verlor.

Zwei Fehler mehr als ihre Zimmerkollegin schoss Madgalena Neuner, die zwei Fahrkarten im letzten Schießen kosteten sie den möglichen Sieg. «Die Bedingungen am Schießstand waren sehr schwierig aufgrund der wechselnden Winde. Sicher hätte ich gerne einen Fehler weniger geschossen, aber ich bin zufrieden», sagte die Wallgauerin. Sie war in der Vorbereitung eigene Wege gegangen. Sie hatte die Dunkelheit und das schlechte Wetter im traditionellen Munio-Trainingslager der deutschen Skijäger vermieden und war im November daheimgeblieben. Nachdem sie zuletzt zweimal in Östersund krankheitsbedingt hatte passen müssen, war sie diesmal fit, ihr Plan ging also auf.

Wie lange Magdalena Neuner noch im Biathlon-Zirkus für Furore sorgen wird, ist offen. Möglich ist alles, auch dass sie nach der Heim-WM in Ruhpolding das Gewehr in die Ecke stellt: «Ich denke nur noch von Jahr zu Jahr und Sport ist nicht alles. Ich habe immer gesagt, dass ich nicht mit über 30 noch Biathlon machen will. Es gibt noch ein Leben nach dem Biathlon - und das will ich auch genießen.»

Einen Tag nach seinem überraschenden dritten Platz im Männer-Einzel will Simon Schempp auch im Sprint am Freitag angreifen. «Da rechne ich mir eigentlich noch mehr aus», sagte der 23-Jährige. Auch der in der Vorbereitung durch eine Verletzung gehandicapte Michael Greis will nach Rang 32 im Einzel angreifen. «Der erste Wettkampf war zum reinkommen schwer. Aber ich werde fokussiert in die nächsten Rennen gehen und hoffe, dass es Schritt für Schritt besser wird», sagte der dreimalige Olympiasieger.

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