Torflaute bei Klinsmann-Kickern - «Vorgeführt»

Brüssel (dpa) - Torflaute statt frischer Wind: Jürgen Klinsmanns US-Mission kommt nur schwer in Fahrt. Zwei Niederlagen, ein Remis und nur ein Treffer in drei Partien - seit 23 Jahren schnitt kein Coach der amerikanischen Fußball-Nationalmannschaft zu Beginn seiner Amtszeit schlechter ab.

«Es ist schade, dass wir für unseren neuen Trainer noch kein Spiel gewinnen konnten, aber wir werden weiter hart an uns arbeiten», meinte US-Profi Clint Dempsey nach der 0:1-Testspielniederlage in Belgien.

«Mehr Temperament, aber mehr Frustration», titelte die «New York Times», nachdem die Klinsmann-Schützlinge wie schon beim 0:1 gegen Costa Rica torlos geblieben waren. «Das US-Team wurde gewaltig vorgeführt und wird viele Lektionen mitnehmen, wie man nicht gegen einen technisch und physisch überlegenen Gegner spielen sollte», schrieb der Sender ESPN auf seiner Homepage.

Mehr Entschlossenheit vor dem gegnerischen Tor hatte Klinsmann für die Partie in Brüssel gegen den EM-Qualifikations-Gruppenrivalen der deutschen Nationalmannschaft gefordert. «Taktisch wählte Klinsmann die Variante, Jozy Altidore als alleinigen Stürmer in die Spitze zu schicken.» Der Angreifer sei dadurch tatsächlich rund 20 Meter von seinen Teamkollegen getrennt gewesen, merkte die «New York Times» an. In der zweiten Halbzeit wechselte Klinsmann Juan Agudelo für Altidore ein. Die Rechnung ging insgesamt nicht auf. Viel mehr als zwei Chancen im zweiten Spielabschnitt sprangen nicht heraus.

«Wir müssen uns dahingehend verbessern, dass wir mehr Präsenz im Strafraum haben und uns einfach mehr Torchancen erarbeiten», forderte Klinsmann nach dem Match, in dem die US-Boys allerdings einen Treffer vier Minuten vor Schluss aberkannt bekommen hatten. «Zu Unrecht», befand Klinsmann und sprach von einem «klaren Tor» durch Maurice Edu. Der Kopfballtreffer wurde wegen angeblichen Handspiels nicht gegeben.

Klinsmann ist der erste Trainer der US-Boys seit dem gebürtigen Münchner Lothar Osiander (1986 bis 1988), der keines seiner ersten drei Spiele gewinnen konnte. «Belgien hält Klinsmann sieglos», titelte «Sports Illustrated». Der Ex-Bayern-Profi, der in seine Ägide als DFB-Coach vor sieben Jahren mit zwei Siegen und einem Remis gestartet war, muss mit seinem neuen Team nun am 8. Oktober in Miami gegen Honduras auf das erste Erfolgserlebnis hoffen. «Wir nehmen viel von diesem Spiel mit», resümierte Klinsmann nach dem Auftritt in Belgien.

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