Armee lädt ElBaradei und Muslimbrüder zu Krisentreffen ein

Kairo (dpa) - Kurz vor Ablauf des Ultimatums der Armee in Ägypten hat Verteidigungsminister Abdel Fattah al-Sisi Oppositionsführer Mohammed ElBaradei zu einem Krisentreffen eingeladen.

Erwartet werde auch die Teilnahme von Vertretern der regierenden Muslimbrüder, der Protestbewegung «Tamarud», der Salafisten und von führenden Geistlichen, berichtete die staatliche Zeitung «Al Ahram» in ihrer Online-Ausgabe. Die Protestbewegung kündigte demnach an, sie fordere unverändert den Rücktritt von Präsident Mohammed Mursi.

Das Militär hatte Mursi bis Mittwochnachmittag Zeit gegeben, einen Ausweg aus der Krise zu finden, etwa durch vorgezogene Präsidentschaftswahlen. In einer vom Fernsehen ausgestrahlten Rede hatte der erste freigewählte Präsident des Landes allerdings keine Kompromissbereitschaft gezeigt. Das Militär hatte angekündigt, seinen eigenen Fahrplan für Neuwahlen durchzusetzen, falls Mursi nicht handelt.

Auf dem Kairoer Tahrir-Platz, dem zentralen Protestort der Opposition, sammelten sich Aktivisten. Es herrschte eine feierliche Stimmung - viele rechneten mit dem Sturz des islamistischen Staatschefs aus den Reihen der Muslimbrüder. Mursis Unterstützer kamen im Stadtteil Nasr-City zusammen. Die Polizei nahm derweil Leibwächter des Vorsitzenden der Muslimbrüder, Mohammed Badia, fest. Die Zentralbank ordnete die Schließung aller Banken bis zum Donnerstagmorgen an.

Al-Ahram zu Treffen

Mursi bei Twitter, arabisch

Facebook-Seite der «Tamarud»-Kampagne

Al-Ahram zu Zusammenstößen

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