Hintergrund: Die wichtigsten Themen im Thüringer Landtagswahlkampf

Erfurt (dpa) - Der Landtagswahlkampf in Thüringen wird seit Wochen von einem Thema dominiert - der Bildungspolitik.

Obwohl Thüringen bei Untersuchungen im Bundesländervergleich auf vorderen Plätzen liegt, haben fast alle Parteien Vorschläge.

BILDUNG: Für Auseinandersetzungen sorgen Unterrichtsausfall und eine immer älter werdende Lehrerschaft. Es geht aber auch um die Frage, wie lange Kinder gemeinsam lernen sollen bevor sie in unterschiedliche Schulformen wechseln. Alle Parteien plädieren für die Neueinstellung von Lehrern - der Streit geht unter anderem darum, ob es 400 oder 500 pro Jahr sein sollen. Verärgert hat die CDU ihren Koalitionspartner SPD mit der Forderung nach dem Bildungsministerium nach der Wahl sowie der Behauptung, nur sie stehe für Schulnoten.

FAMILIENPOLITIK: Thüringen hat vor allem auf Drängen der SPD in den vergangenen Jahren kräftig in den Ausbau des Kita-Angebots investiert. Einjährigen wird ein Betreuungsplatz garantiert. Nun streiten die Parteien darüber, ob das vor Jahren von der CDU eingeführt Landeserziehungsgeld abgeschafft werden soll. Alle Parteien - außer der CDU - wollen den Millionenbetrag lieber in bessere Kita-Angebote stecken.

GEBIETSREFORM: Ein Dauerbrenner in Thüringer Landtagswahlkämpfen. Die Zahl der 17 Kreise in Thüringen müsse angesichts der Sparzwänge und der sinkenden Einwohnerzahl verringert werden, verlangen vor allem Linke, SPD und Grüne. Nach Auffassung der CDU sorgen die recht kleinen Kreise für Identität. Großkreise würden nicht zwingend Verwaltungskosten sparen. Die CDU hat eine «Kreisgarantie» abgegeben, wenn sie weiter regiert.

KOMMUNALFINANZEN: Ebenfalls ein Thema, über das nicht nur im Wahlkampf heftige Auseinandersetzungen geführt werden. Angefeuert werden sie durch die Pleite der Stadtwerke in Gera und einigen Städten, deren Finanzprobleme so groß sind, dass sie noch keinen genehmigten Haushalt haben. CDU und SPD hatten den Finanzausgleich zwischen Land und Kommunen reformiert. Die SPD will nun früher als vorgesehen eine Überprüfung, obwohl die Kommunen insgesamt einen leichten Überschuss verbuchen.

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