IWF sieht große Probleme in der Ukraine

Washington (dpa) - Die Krise in der Ukraine birgt nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) ein immenses Risiko für die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung des Landes.

«Eine weitere Verschärfung der geopolitischen Spannungen könnte erhebliche ökonomische Konsequenzen haben», heißt es in einem Bericht von IWF-Experten, der in Washington veröffentlicht wurde. Das Land werde möglicherweise mehr internationale Finanzhilfen benötigen als bisher erwartet.

Die Mitarbeiter der Institution gehen davon aus, dass sich die Rezession durch den Konflikt im industriellen Osten des Landes vertiefe und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um bis zu 7,25 Prozent schrumpfe. So sei vor allem in den von Kämpfen betroffenen Regionen Donezk und Luhansk die Produktion in der Industrie und Landwirtschaft sowie im Baugewerbe und Handel deutlich zurückgegangen. Beide Landesteile trügen insgesamt rund 15 Prozent zum BIP des Landes bei.

Der Bericht diente als Grundlage für den Exekutivrat des globalen Krisenhelfers, um über die Freigabe weiterer Teile der bereits grundsätzlich genehmigten Finanzhilfen an die Ukraine zu entscheiden. Trotz der negativen Aussichten hatte das Gremium in der vergangenen Woche eine zweite Tranche in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar (1,04 Milliarden Euro) freigegeben. Insgesamt sind Hilfen in Höhe von 16,7 Milliarden Dollar für die kommenden zwei Jahre geplant. Im Gegenzug muss das Land durch Reformen seine Finanzen ordnen und etwa auch Korruption bekämpfen.

Die IWF-Mitarbeiter betonen aber, dass sich die Situation in dem Land nicht weiter verschlechtern dürfe, damit die Anforderungen des Fonds erfüllt werden könnten. «Das Programm hängt entscheidend von der Annahme ab, dass der Konflikt in den kommenden Monaten nachlässt», schreiben sie. Sollten die Kämpfe hingegen weitergehen, werde «eine neue Strategie benötigt» - dazu könnten neben stärkeren Einsparungen und schärferen Reformen auch eine Ausweitung der Finanzhilfen gehören.

IWF-Bericht

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