Israel veröffentlicht Liste freizulassender Palästinenser

Jerusalem (dpa) - Israel hat eine Liste von 26 Palästinensern veröffentlicht, die noch vor neuen Friedensgesprächen am Mittwoch freikommen sollen. 20 von ihnen wurden wegen Mordes verurteilt, der Rest wegen Beihilfe zum Mord.

Die Familien ihrer Opfer kündigten am Montag an, vor Gericht Einspruch gegen die Freilassung einzulegen. «Das sind keine politischen Häftlinge, das sind Mörder, die jetzt freikommen», sagte Gila Molcho, deren Bruder Ian Feinberg vor 20 Jahren ermordet wurde, dem Zweiten Israelischen Fernsehen. «Es kann nicht sein, dass unser Blut so billig ist», sagte sie. «Das sind Mörder, die wieder morden werden.»

Auf Vermittlung der USA hatten Israel und die Palästinenser den Friedensprozess vor zwei Wochen nach jahrelangem Stillstand wieder in Gang gebracht. Ziel ist eine Einigung auf eine Zwei-Staaten-Lösung binnen neun Monaten.

Die Autonomiebehörde von Präsident Mahmud Abbas hatte die Freilassung von insgesamt 104 Langzeithäftlingen als Bedingung für die neuen Gespräche genannt. Zunächst sollen nun 14 Palästinenser in den Gazastreifen und 12 weitere ins Westjordanland gebracht werden. Der Rest soll in weiteren Schritten parallel zu den Verhandlungen freikommen.

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