Moskau setzt US-Bürger auf «schwarze Liste» - Reaktion auf Sanktionen

Moskau (dpa) - Als Reaktion auf neue US-Sanktionen gegen Russland in der Ukraine-Krise hat Moskau 13 US-Bürger mit Einreiseverboten belegt.

Es handele sich vor allem um Personen, die sich im Gefängnis Abu Ghraib im Irak oder im Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba an Verstößen gegen die Menschenrechte beteiligt hätten, teilte am Samstag das Außenministerium in Moskau mit. Der Westen wirft Russland vor, sich zu wenig für eine Entspannung in der Ukraine einzusetzen, und hatte Moskauer Politiker mit Kontensperrungen und Einreiseverboten belegt.

Hochrangigster Name auf der russischen Liste ist Konteradmiral Richard Butler, früherer Kommandeur in Guantánamo. Er leitet heute ein Trainingszentrum für Einsatzkommandos im US-Bundesstaat Virginia. Mit Einreiseverbot wurde auch der demokratische Kongressabgeordnete Jim Moran belegt, der seit rund 35 Jahren im Repräsentantenhaus sitzt. Er gilt als treuer Unterstützer von US-Präsident Barack Obama.

Russland halte Strafmaßnahmen grundsätzlich für falsch, teilte Außenamtssprecher Alexander Lukaschewitsch in Moskau mit. «Aber solche Schritte bleiben nicht folgenlos», betonte er. Russland hatte im April 2013 bereits Einreiseverbote gegen 18 US-Bürger verhängt. Es war auch damals eine Reaktion auf eine «schwarze Liste» der USA. Washington hatte seinerzeit russische Amtsträger bestraft, die mit Schuld sein sollen am qualvollen Tod des russischen Anwalts Sergej Magnitski in einem Gefängnis.

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