Özdemir kritisiert Erdogan: Kein Öl ins Feuer gießen

Berlin (dpa) - Grünen-Chef Cem Özdemir hat das Verhalten von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan nach dem Grubenunglück von Soma mit mehr als 280 Toten kritisiert.

«Der Auftritt, den er dort vorgelegt hat, ist einer, den auch viele seiner Anhänger nicht gutheißen können, denn nach so vielen Toten trauert man und findet die richtigen Worte und gießt nicht Öl ins Feuer, wie er es gemacht hat», sagte Özdemir am Freitag im ZDF-«Morgenmagazin». Erdogan hatte die schlechte Sicherheitsbilanz der Kohlebergwerke in der Türkei heruntergespielt und gesagt: «Solche Unfälle passieren ständig.»

Özdemir bekräftigte zudem seine Forderung nach einer Aufarbeitung des Grubenunglücks. Diese solle unabhängig sein: «Das heißt eine, die auch von den Menschen vor Ort angenommen wird, in der die Gewerkschaften einbezogen sind, in der Überlebende einbezogen sind.» Bei dem schwersten Grubenunglück in der Geschichte der Türkei kamen mindestens 284 Menschen ums Leben.

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