Putin kritisiert Ausspionieren von Staatschefs

Moskau (dpa) - Der russische Präsident Wladimir Putin hat Geheimdienstaktionen gegen Staats- und Regierungschefs als Anschlag auf die staatliche Souveränität eines Landes kritisiert. Spionage unter Verbündeten und Partnern sei nicht nur eine Falschheit und Heuchelei.

«Das ist auch ein direkter Angriff auf die staatliche Souveränität und eine Verletzung der Menschenrechte, eine Einmischung in die Privatsphäre», sagte Putin in einem am Freitag veröffentlichten Interview unter anderem der russischen Staatsagentur Itar-Tass.

Der frühere Geheimdienstchef reagierte damit indirekt auf US-Geheimdienstaktivitäten in Deutschland. Putin sagte, dass Russland zur internationalen Zusammenarbeit bereit sei, um ein System der Informationssicherheit zu entwickeln.

Angesichts der Spionageaktivität der USA warnte der Präsident erneut vor einem weltweiten Vormachtanspruch der Amerikaner. Kein Land habe das Recht, einem anderen vorzuschreiben, wie es zu leben habe. Solche Ansätze sei immer wieder gescheitert. «So etwas hilft auch nicht bei der Lösung von Konfliktlagen, sondern führt - im Gegenteil - zu Instabilität und Chaos in internationalen Angelegenheiten», sagte Putin vor einer Reise nach Lateinamerika.

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