Putin zur Ukraine: Rhetorik zwischen Krieg und Frieden

Moskau (dpa) - Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich mehrfach mit deutlichen Worten zur Ukraine-Krise geäußert. Einige Zitate:

ZU RUSSEN IM AUSLAND:

«Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurden die Russen zu einem der
größten geteilten Völker der Welt. Millionen von Menschen gingen in
einem Land ins Bett und erwachten in einem ganz anderen und wurden
zur nationalen Minderheit.» (Am 18. 3. in einer Rede an die Nation).

«Ich glaube daran, dass die Europäer, vor allem aber die
Deutschen, mich verstehen werden (...). Unser Land hatte das starke
Bestreben der Deutschen nach Wiedervereinigung unterstützt. Ich bin
sicher, dass sie das nicht vergessen haben und rechne damit, dass
Bürger Deutschlands das Bestreben der russischen Welt, ihre Einheit
wiederherzustellen, (...) ebenfalls unterstützen werden.» (Am 18. 3. in der Rede an die Nation).

ZUR HALTUNG DES WESTENS:

«In der Ukraine überschritten die westlichen Partner die rote
Linie, verhielten sich grob, verantwortungslos und unprofessionell.» (Am 18. 3. in der Rede an die Nation).

«Die Vereinigten Staaten dürfen in Jugoslawien, Irak, Afghanistan und Libyen agieren, aber Russland soll es verwehrt sein, seine Interessen zu verteidigen.» (Am 18. 3. in der Rede an die Nation).

ZUR FÜHRUNG IN KIEW:

«In der Ukraine gibt es bislang keine legitime Macht, mehrere Staatsorgane werden von radikalen Elementen kontrolliert.» (Am 18. 3. in der Rede an die Nation).

«Sind sie da jetzt völlig verrückt geworden? Panzer, Schützenpanzerwagen und Kanonen! (...) Sind sie total bekloppt? Mehrfachraketenwerfer, Kampfjets im Tiefflug! (...) Sind sie dort jetzt völlig bescheuert geworden, oder was? (Am 17. 4. im russischen Staatsfernsehen).

ZUR ZUKUNFT DER OSTUKRAINE:

«Russland behält sich das Recht vor, alle vorhandenen Mittel zu nutzen, sollte es in östlichen Regionen der Ukraine zu Willkür kommen.» (Am 4. 3. in einer Pressekonferenz).

«Diese Gebiete (im Süden und Osten der Ukraine) waren als Neurussland historisch ein Teil des Russischen Reiches. Erst in den 1920er Jahren wurden die Territorien von den Bolschewiken der Ukraine gegeben. Gott weiß warum.» (Am 17. 4. im russischen Staatsfernsehen).

«Es müssen umgehend substanzielle inhaltliche Verhandlungen anfangen - nicht zu technischen Fragen, sondern zu Fragen der politischen Organisation der Gesellschaft und der Staatlichkeit im Südosten der Ukraine.» (Am 31. 8. vor dem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe).

ZU KRIEG UND FRIEDEN:

«Russland hat keine Absicht, Krieg gegen das ukrainische Volk zu
führen.» (Am 4. 3. in einer Pressekonferenz).

«Wenn ich will, kann ich in zwei Wochen Kiew einnehmen.» (Mutmaßlich in einem beim EU-Gipfel am Wochenende bekanntgewordenen Telefonat mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso; laut Kremlberater Juri Uschakow wurde Putins Zitat aus dem Zusammenhang gerissen und hatte eine völlig andere Bedeutung).

Putins Internetseite

Spiegel-Online zum Putin-Telefonat mit Barroso

Die Welt zum Putin-Telefonat mit Barroso

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