«Art Basel»: Promis und Kunst lassen Kassen klingeln

Basel (dpa) - Die «Art Basel» ist bekannt für starke Verkäufe. In diesem Jahr fanden die ersten Millionendeals wenige Minuten nach der Eröffnung der weltweit größten Messe für Kunst der Moderne und Gegenwart statt.

Gefragt waren vor allem abstrakte Kunst und ihre Hauptvertreter. Zu den ersten VIP-Gästen gehörten der US-Schauspieler Leonardo DiCaprio, der russische Oligarch Roman Abramowitsch sowie Fußball-Star Michael Ballack. Das breite Publikum darf erst ab Donnerstag (13. Juni) die Angebote der Aussteller aus 39 Ländern entdecken.

Mehr als 300 Galerien aus fünf Kontinenten warten auf finanzstarke Käufer. Nur knapp eine halbe Stunde nach Eröffnung fand der erste hochkarätige Deal statt: Für 6 Millionen Dollar (rund 4,5 Millionen Euro) verkaufte die New Yorker Galerie Cheim & Read ein großformatiges Werk der amerikanischen Künstlerin Joan Mitchell (1925 - 1992), einer der Hauptvertreterinnen des abstrakten Expressionismus.

Gerhard Richter wurde in derselben Preisklasse gehandelt. Für 6,5 Millionen Dollar bot der US-amerikanische Galerist Richard Gray die abstrakten Bilder des deutschen Malers an. Richter gehört zu den teuersten lebenden Künstlern. Im Mai wurde im Auktionshaus Sotheby's in New York sein Bild «Domplatz, Mailand» für umgerechnet knapp 29 Millionen Euro versteigert. Damit brach der 81-Jährige seinen eigenen Auktionsrekord. Im vergangenen Herbst hatte sein Gemälde «Abstraktes Bild» in London bei Sotheby's für umgerechnet 26,4 Millionen Euro den Besitzer gewechselt.

Innerhalb weniger Stunden fand auch bei der Berliner Galerie Max Hetzler eines der poetisch-abstrakten Werke von Albert Oehlen einen Liebhaber. «Die Sammler wollen nun ruhigere, intellektuellere Kunst mit mehr Tiefgang. Die Jahre der lauten, bunten und kitschigen Arbeiten sind vorbei», erklärte der Schweizer Kunstexperte Bob van Orsouw.

Das VIP-Opening des Sonderbereichs «Art Unlimited» hatte die internationale Kunstszene schon am Montag nach Basel gelockt. In dem Sektor werden Projekte gezeigt, die den Rahmen normaler Messestände sprengen - insgesamt 79 raumausgreifende Installationen und Gemälde. Die Riesen-Werke werden erstmals in der neuen spektakulären Messehalle der Architekten Herzog & de Meuron gezeigt. «Two into One» des amerikanischen Künstlers Matt Mullican gehört mit 22 x 7 Metern zu den größten je in diesem Sektor ausgestellten Gemälden.

Dien 44. Auflage der «Art Basel» dauert bis zum 16. Juni. Sie findet nur drei Wochen nach dem Ende der ersten «Art Basel Hongkong» statt. Mit ihren drei Standbeinen in der Schweiz, China und den USA («Art Basel Miami Beach») sei die «Art Basel» nun ein wahrer Global Player, sagt der Chef der Weltmesse, Marc Spiegler. Die Hauptmesse in Basel soll trotz der zunehmenden Internationalisierung das Highlight bleiben. Das war auch auf dem Flughafen Basel-Mulhouse zu sehen. Dort erwartete man für die VIP-Tage am Dienstag und Mittwoch trotz eines Streiks der französischen Fluglotsen 100 bis 150 Privatflugzeuge.

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