Depardieu will Strauss-Kahn spielen

Paris (dpa) - Frankreichs Schauspielstar Gérard Depardieu (63) will mal wieder einen Bösewicht spielen und schlüpft deswegen in die Rolle des früheren IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn.

«Ja, ich werde es machen und zwar, weil ich ihn nicht mag», sagte Depardieu zu dem geplanten Film über die Sex-Affäre von Strauss-Kahn in New York. Sein Landsmann sei sehr französisch, arrogant und süffisant, meinte er. «Das ist spielbar», ergänzte Depardieu in einem Interview des Schweizer Senders RadioTélévision Suisse (RTS). Übrigens möge er Franzosen im Allgemeinen nicht besonders.

Dominique Strauss-Kahn (62) hatte im vergangenen Mai nach Vergewaltigungsvorwürfen eines New Yorker Zimmermädchens seinen Chef-Posten beim Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington aufgeben müssen. Die Affäre machte zudem seine Ambitionen auf eine Präsidentschaftskandidatur in Frankreich zunichte. Die US-Justiz stellte das strafrechtliche Verfahren wegen Zweifeln an der Glaubwürdigkeit der Frau ein, eine zivilrechtliche Klage ist aber noch anhängig. Zudem läuft gegen Strauss-Kahn in Frankreich ein Verfahren wegen seiner Teilnahme an illegalen Sex-Partys mit Prostituierten.

Mitleid mit DSK hat Depardieu nach eigenen Angaben nicht. Es habe ihn nicht berührt, seinen Landsmann auf der Anklagebank zu sehen, sagte der für sein zuweilen raubeiniges Auftreten bekannte Obelix-Darsteller. «Leute ohne Würde haben mich noch nie bewegt.»

Als Drehtermin für das Kinoprojekt des US-Regisseur Abel Ferrara («Bad Lieutenant») ist nach Angaben des Senders RTS der kommende Juni im Gespräch. Als mögliche Besetzung für die Rolle von Strauss-Kahns Ehefrau Anne Sinclair gilt die französische Schauspielerin Isabelle Adjani (56).

Interview-Video

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