Kraftvoller Pop: Newcomerin Selah Sue überzeugt

Berlin (dpa) - Mal Soul, mal Hip-Hop, mal R&B, mal Drum'n'Bass: Die belgische Newcomerin Selah Sue hat am Donnerstagabend in Berlin mit ihrer Vielseitigkeit und einer ganz eigenwilligen Mischung der Musikstile überzeugt.

Vor 900 Zuschauern im ausverkauften Postbahnhof am Ostbahnhof zeigte die Sängerin, dass sie zu Recht eine der Shooting Stars des vergangenen Jahres war. Die 22-Jährige aus dem belgischen Löwen überrascht mit einer viel erwachseneren, rauchigen Stimme, beherrscht den Stakkato-Rap einer Lauryn Hill und kann fast so röhrig klingen wie Joss Stone.

Manchmal merkt man, dass die Musikerin mit dem bürgerlichen Namen Sanne Putseys ihre Richtung, ihr Genre anscheinend noch nicht so richtig gefunden hat - oder einfach Spaß am Spiel mit den Stilen hat. Auf der Bühne experimentiert sie deutlich mehr als auf ihrem Debütalbum «Selah Sue», mit dem die Songwriterin im vergangenen Jahr einen EBBA (European Border Breakers Award) als eine der erfolgreichsten Nachwuchskünstlerinnen Europas gewonnen hat.

Die junge Frau mit der 60er-Jahre-Turmfrisur hängt sich die Akustikgitarre um und haucht ihr «Fyah, Fyah» ins Mikro, sie schmettert kraftvoll «This World» in die Runde, sie lässt zu ihrem neuen Song «Every Now And Then» die Bässe brummen und das Stroboskoplicht flackern. Hier und da ein bisschen wild, ein bisschen ungestüm, auch ein bisschen gewöhnungsbedürftig - aber zum Glück (noch) nicht durchgestylt von Marketing- und Promo-Experten. Hoffentlich bleibt das so, die Fans in Berlin waren gerade davon begeistert.

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