Shirley MacLaine liebt das deutsche Publikum

New York (dpa) - Shirley MacLaine ist ein Weltstar. Sie hat über 50 Filme gedreht und ist in Hollywood, Berlin und Cannes mit Preisen überschüttet worden. In Deutschland trat sie zuletzt im Herbst 2008 mit ihrem Buch «Weiser, nicht leiser!» auf.

Jetzt ist eine weitere Autobiografie von ihr erschienen - «Damit bin ich durch - und weitere Geständnisse». Anlässlich ihres neuen Buches sprach die 77-jährige Schauspielerin, Sängerin, Tänzerin und Autorin von ihrer Farm in Santa Fe telefonisch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Frau MacLaine, was verbindet Sie mit Deutschland?

MacLaine: «Ich trete besonders gern dort auf, war auch mit meiner Show auf Tour in Berlin und fast jeder anderen Großstadt. Ich liebe das deutsche Publikum. Es versteht mich. Ich habe keine Ahnung warum. Deutsche haben einen ausgeprägten Sinn für Metaphysik. Ich kann Witze darüber reißen, und sie begreifen sie.»

Sind Sie noch in Hollywood tätig?

MacLaine: «Ja, ich starte im Januar mit einem neuen Film. Insgesamt werde ich im kommenden Jahr an drei Projekten mitarbeiten, zwei davon Independent Filme und einer wahrscheinlich ein Studiofilm. Ich freue mich darauf. Ich arbeite gern, obwohl ich das frühe Aufstehen am Morgen hasse. Solange ich mit den Co-Stars gut auskomme, überwiegt der Spaß.»

Warum leben Sie denn so weit entfernt von der Filmindustrie?

MacLaine: «Ich liebe Santa Fe, seine Energie, die Leute, die wunderbare Landschaft und die Jahreszeiten. Ich wohne in etwa 2700 Meter Höhe und habe einen unglaublichen Ausblick. Und es gibt hier viel weniger Verkehr als in Los Angeles. Einsam? Macht mir nichts aus. Ich habe zwar Freunde, aber am liebsten bin ich allein.»

Sind das Freunde in Hollywood?

MacLaine: «In Hollywood ist das Leben sehr unruhig. Man ist sich eine Weile sehr nahe und dann sieht man seine Freunde manchmal Jahre nicht mehr. Unter denen, die ich menschlich besonders schätze, ist Clint Eastwood. Aber um alle meine Freunde vom Film aufzählen zu können, müsste ich mein Adressbuch holen. Wenn ich zurückdenke, bin ich immer wieder überrascht, welch unglaubliches Leben ich hatte.»

Sie schreiben in Ihrem Buch, dass Sie alles hinterfragen. Welche Fragen beschäftigen Sie derzeit am meisten?

MacLaine: «Ich lese viel über Prophezeiungen und darüber, wie Menschen solche Vorhersagen aufnehmen. Ich interessiere mich genauso für das Phänomen der UFOs, möchte so viel wie möglich über diese Realität erfahren. Wenn ich mir etwas für die Zukunft wünschen dürfte, wäre es, dass wir Menschen uns vom Materialismus abkehren und uns wieder mehr der Natur zuwenden.»

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