Übersee-Museum zeigt eigene Sammlungsgeschichte
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Eine Kopfaufsatzmaske aus Kameru. Foto: Michael Bahlo/dpa
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Bremen (dpa) - Wie kamen ein Zeremonialstab aus Benin, eine Tanzmaske aus Kamerun, ein Kriegsamulett aus Ghana nach Bremen? Das Übersee-Museum setzt sich kritisch mit den ersten 100 Jahren der eigenen Sammlung auseinander.

In der neugestalteten Dauerausstellung «Spurensuche - Geschichte eines Museums» geht es ab Samstag auch um die Frage, ob die Exponate aus der Kolonialzeit in ihren Ursprungsländern rechtmäßig erworben oder gestohlen wurden.

«Wir haben die gesamte Palette von gekauft bis geplündert», sagte die Museumsdirektorin Wiebke Ahrndt am Donnerstag bei der Vorbesichtigung. Umso wichtiger sei es, dass ihr Haus seit Jahren die Herkunft der Sammlung erforsche.

Die Dauerausstellung lebt von Gegensätzen. In einer Videoinstallation erzählen Menschen aus Afrika über Rassismus als Folge der Kolonialzeit. Daneben trägt ein nackter Mann eine Weltkugel, auf der rot die Schifffahrts-Routen um 1900 eingezeichnet sind - damals ein Sinnbild für die Vorstellung vieler Kaufleute, ihnen gehöre die Welt.

Auch andere Museen in Deutschland arbeiten die Geschichte ihrer Exponate aus der Zeit der Kolonien und der Nationalsozialisten auf. Dazu eine groß angelegte Dauerausstellung einzurichten, sei aber bundesweit einmalig, sagte Ahrndt.

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Pritschenfüße aus Papua-Neuguinea. Foto: Michael Bahlo/dpa
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Wiebke Arndt, Leiterin des Bremer Überseemuseums, gestikuliert vor einer Vitrine mit Exponaten. Foto: Michael Bahlo/dpa
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