Atomkonzerne überweisen 24 Milliarden Euro für Endlagerung
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Castorenbehälter im Forschungszentrum Jülich. Deutschlands Atomkonzerne zahlen zusammen rund 24 Milliarden Euro in einen staatlichen Entsorgungsfonds. Foto: Andreas Endermann
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Essen/Berlin (dpa) - Die Energiekonzerne in Deutschland haben sich von den Kosten zur Zwischen- und Endlagerung des Atommülls endgültig «freigekauft».

Die vier Kernkraftwerks-Betreiber Eon, RWE, EnBW sowie Vattenfall haben insgesamt 24,1 Milliarden Euro «fristgerecht und vollständig» auf Konten des staatlichen Entsorgungsfonds eingezahlt, wie das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin mitteilte: «Damit ist ihre Haftung für Kosten der nuklearen Entsorgung im Bereich Zwischen- und Endlagerung beendet.»

Mit der Überweisung wird der Finanzpakt zwischen dem Staat und den Energiekonzernen zur Finanzierung nuklearer Altlasten umgesetzt. Der staatliche Entsorgungsfonds soll die Zwischen- und Endlagerung des Atommülls managen. Für Stilllegung und Abriss der Kernkraftwerke sowie die Verpackung des Mülls bleiben die Konzerne verantwortlich.

Spätestens Ende 2022 werden alle Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet. Der Pakt soll die Finanzierung des Atomausstiegs sichern - auch im Fall möglicher Konzernpleiten. Der staatliche Entsorgungsfonds soll die eingezahlten Geldmittel den Angaben zufolge «nachhaltig anlegen, um die Finanzierung der Kosten im Bereich Zwischen- und Endlagerung langfristig zu sichern».

Sprecher der Konzerne bestätigten die Überweisungen. Allein vom größten Einzelzahler Eon kamen rund 10 Milliarden Euro. Eon musste erhebliche Anstrengungen unternehmen, um das Geld aufzubringen: So gab es bereits im März eine Kapitalerhöhung, zudem legte der Konzern zur Finanzierung Mitte Mai erstmals seit Jahren wieder Anleihen mit einem Volumen von zwei Milliarden Euro auf.

RWE steuerte 6,8 Milliarden Euro bei, EnBW 4,8 Milliarden Euro und Vattenfall 1,8 Milliarden Euro. Indem sie die Summe auf einen Schlag aufbrachten, umgingen die Konzerne Zinsen von 4,58 Prozent jährlich, die im Falle einer Ratenzahlung zusätzlich angefallen wären.

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Ein Warnhinweis mit der Aufschrift "Sperrbereich Kein Zutritt Vorsicht Strahlung": Die Konzerne müssen auch die Stilllegung und den Abriss der Kernkraftwerke bezahlen. Foto: Christian Charisius
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Ein Bagger reißt im AKW Neckarwestheim einen Zellenkühlturm ab. Der Rückbau begann im Jahr 2012. Foto: Franziska Kraufmann
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Castor-Behälter in einem Zwischenlager. Foto: Uli Deck
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In Stücke zerlegt: Bauteile des früheren Atomkraftwerks "VEB Kernkraftwerk Bruno Leuschner" in der Dekontaminationswerkstatt. Foto: Stefan Sauer
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In der früheren Maschinenhalle des Kernkraftwerkes Rheinsberg lagern Abrissmaterialien. Foto: Bernd Settnik
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Reaktoren und Dampferzeuger aus rückgebauten Atomkraftwerken im Zwischenlager in Lubmin. Foto: Jens Büttner
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Ein Castor-Behälter wird vor dem AKW Obrigheim mit Hilfe eines Lastwagens auf ein Schiff geschoben. Wo der Atommüll einmal lagern wird, ist weiterhin offen. Foto: Uwe Anspach
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Seit Jahrzehnten Sinnbild der Atommüll-Problematik: Das Gelände des Erkundungsbergwerks in Gorleben. Foto: Philipp Schulze
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