Dax lässt Ukraine-Schock teilweise hinter sich

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat nach drei Verlusttagen in Folge am Dienstag einen Erholungskurs eingeschlagen.

Der erste Schock über die Eskalation der Konflikte in der Ukraine und dem Gazastreifen scheine überwunden, sagte Analyst Andreas Paciorek vom Broker CMC Markets. Am frühen Nachmittag stand der deutsche Leitindex 0,97 Prozent höher bei 9705 Punkten.

Für den MDax ging es um 0,72 Prozent auf 16 343 Punkte nach oben und der TecDax stieg um 1,22 Prozent auf 1256 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann mehr als ein Prozent.

Die Blicke bleiben zwar auf die Krisenherde Ukraine und Gaza gerichtet, allerdings rücken nun wieder die Berichtssaison der Unternehmen, die in den USA bereits auf Hochtouren läuft, sowie Konjunkturdaten stärker in den Fokus. Besonderes Augenmerk galt angesichts der Spekulationen über den Zeitpunkt einer Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank Fed den Verbraucherpreisen.

Größere Überraschungen gab es bei den Daten allerdings keine. Zwar hält sich die Inflation in den USA auf einem erhöhten Niveau, Analyst Johannes Jander von der Landesbank Helaba bezeichnete die Kernteuerung aber als insgesamt moderat. Von dieser Seite dürfte sich der Druck auf die Fed, verstärkt über eine Leitzinswende nachzudenken, in Grenzen halten.

Zu den wenigen Verlierern im Dax zählten die als defensiv geltenden Papiere des Medizinkonzerns Fresenius sowie dessen Tochter FMC. Lufthansa-Aktien erholten sich mit einem Plus von 1,72 Prozent etwas von ihren jüngsten Verlusten.

Grund zur Freude hatten auch die Aktionäre von Wacker Chemie. Die Papiere eroberten mit einem Plus von 4,20 Prozent die MDax-Spitze, nachdem der Spezialchemiekonzern und Halbleiter-Zulieferer wegen guter Geschäfte mit Reinstsilizium die Prognose für das Gesamtjahr deutlich angehoben hatte.

Ansonsten bewegten vor allem Analystenkommentare im Index der mittelgroßen Werte. Die Titel des Pharmaunternehmens Stada fielen um knapp drei Prozent, während die Papiere des Flughafenbetreibers Fraport um 1,35 Prozent zulegten und Airbus-Aktien um 2,38 Prozent stiegen.

Die Aktien von Dialog Semiconductor kletterten im TecDax um 2,30 Prozent nach oben. Die Papiere profitierten laut einem Händler von einem Zeitungsbericht, demzufolge Apple die Produktion von 70 bis 80 Millionen Geräten seines nächsten iPhone-Modells bei seinen Lieferanten in Auftrag gegeben hat. Das Halbleiter-Unternehmen Dialog gilt als Apple-Zulieferer. Für die Papiere des Windturbinen-Herstellers Nordex ging es nach Aufträgen aus der Türkei um 4,29 Prozent nach oben.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,96 Prozent am Montag auf 0,97 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,06 Prozent auf 136,83 Punkte. Der Bund Future büßte 0,03 Prozent auf 148,21 Punkte ein. Der Kurs des Euro fiel unter die Marke von 1,35 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3481 (Montag: 1,3518) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7418 (0,7398) Euro.

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