Dax legt vor Draghi-Aussagen zu

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax ist am Donnerstag vor den mit Spannung erwarteten Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi nahe an 10 000 Punkten. Gleich zum Handelsstart hatte der deutsche Leitindex wieder über diese Marke gelugt, konnte sie aber wie schon am Dienstag zunächst nicht halten.

Erneut positive Vorgaben sorgen für eine optimistische Grundstimmung: An der Wall Street waren der Dow Jones Industrial und auch der umfassende S&P-500-Index zur Wochenmitte mit neuen Schlussrekorden aus dem Handel gegangen.

Der Dax stand im frühen Handel 0,14 Prozent höher bei 9985,26 Punkten und damit in unmittelbarer Nähe zu seinem Rekordhoch von 10 050,98 Punkten, das er im Juni erreicht hatte. Der MDax bröckelte am Morgen mit 0,06 Prozent etwas ins Minus auf 17 105,35 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es dagegen um 0,18 Prozent auf 1365,89 Punkte hoch. Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50, kletterte um 0,18 Prozent nach oben.

Gespannt warten die Aktienhändler auf die Ergebnisse der EZB-Sitzung und die Pressekonferenz mit EZB-Präsident Mario Draghi. Experten rechnen zwar nicht damit, dass die europäische Notenbank bereits zu breit angelegten Staatsanleihekäufen greifen wird. Die Investoren werden aber genau auf die Inflations- und Wachstumsprojektionen der EZB schauen und versuchen daraus Hinweise auf das weitere Vorgehen der Notenbanker abzuleiten.

An der Dax-Spitze stehen Infineon-Aktien mit einem Plus von 1,78 Prozent auf 8,295 Euro. Die Anteile an dem Halbleiterhersteller knüpfen damit an ihre Vortagesgewinne im Kielwasser eines guten Ausblicks vom US-Wettbewerber Microchip Technology an. Schlechtester Wert im Index der 30 wichtigsten deutschen Aktiengesellschaften waren die Vorzüge von Henkel mit einem Minus von 0,790 Prozent auf 88,80 Euro. Die Papiere des Konsumgüterkonzerns hatten in den vergangenen anderthalb Monaten fast ein Viertel an Wert zugelegt.

Die Papiere der Lufthansa lassen sich von einem erneuten Streik auch nicht aus der Bahn werfen. Die Piloten der Fluggesellschaft haben ihre Arbeit nun schon in der zehnten Streikrunde in diesem Jahr niedergelegt. Der Reisemarkt in Deutschland befindet sich indes ungeachtet der weltweiten Krisen auf Wachstumskurs, wie der Deutsche Reiseverband (DRV) mitteilte. Die Lufthansa-Aktie gewann 1,50 Prozent.

An der MDax-Spitze stand mit Tui ebenfalls ein Reisewert. Europas größter Reiseveranstalter Tui Travel hat kurz vor der Komplettübernahme durch den deutschen Konzern noch einmal besser verdient und damit für Freude bei den Aktionären gesorgt. Die Tui-Aktie gewann 2,35 Prozent.

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