Dax ohne klaren Trend

Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger sollten sich auch in der neuen Woche auf stark schwankende Kurse am deutschen Aktienmarkt einstellen.

Der Dax bewegt sich voraussichtlich weiter im Spannungsfeld zwischen guten Konjunkturdaten und der Sorge um eine Eskalation der Ukraine-Krise. Zudem kommt in Deutschland die Berichtssaison in Fahrt und auch dies könnte die Kurse kräftig durchschütteln.

Sorgen vor einer Verschärfung der Krise in der Ukraine setzten dem deutschen Aktienmarkt zum Wochenausklang deutlich zu. Am Freitag verlor der Dax 1,54 Prozent auf 9401,55 Punkte. Bereits am Vortag hatte der deutsche Leitindex stark geschwankt, letztlich aber kaum verändert geschlossen. Auf Wochensicht trat der Dax mit minus 0,09 Prozent nahezu auf der Stelle.

Der deutsche Leitindex dürfte weiterhin keine klare Richtung finden und sich weiterhin eher seitwärts bewegen, sagten Marktbeobachter. Angesichts solider Unternehmenszahlen aus den USA halte sich der Dax bislang zwar recht wacker, meinte etwa Robert Halver von der Baader Bank. Allerdings könnte der Konflikt um die Ukraine noch längere Zeit auf die Stimmung drücken.

Zu den wichtigsten Ereignissen in der neuen Woche zählt daneben die Commerzbank die Sitzung der US-Notenbank (Fed) am Dienstag und Mittwoch. Die Fed werde dabei wohl ihr Anleihenkaufprogramm zur Ankurbelung der Konjunktur um weitere 10 Milliarden auf dann 45 Milliarden Dollar pro Monat kürzen, schrieb Analyst Bernd Weidensteiner. Die Anleger würden sich daher immer mehr mit den Aussichten für die Zeit nach dem Ende der ultralockeren Geldpolitik befassen. Dabei komme dem monatlichen Arbeitsmarktbericht am Freitag besondere Bedeutung zu. Denn er entscheide mit darüber, wann die Zinsen wieder angehoben würden.

Die Anleger in Deutschland können allerdings erst am Freitag auf die Sitzung der US-Notenbank reagieren, da die Börse am Donnerstag wegen des Feiertages 1. Mai geschlossen bleibt.

Inflationsdaten aus der Eurozone stehen am Mittwoch auf der Agenda. Wegen der Diskussion um eine drohende Spirale aus fallenden Preisen und sinkender Nachfrage komme diesen Daten eine große Bedeutung für die Anleger zu, schrieb Analyst Ulf Krauss von der Landesbank Helaba.

Bereits zu Wochenbeginn läuft die Berichtssaison in Deutschland langsam zu Hochtouren auf. Dann legen der Pharma- und Chemiekonzern Bayer und die Deutsche Börse ihre Quartalszahlen vor. Am Dienstag folgen mit dem Halbleiterhersteller Infineon, dem Autobauer Volkswagen und der Deutschen Bank drei weitere Dax-Konzerne. Am Mittwoch legt Daimler Zahlen vor, am Freitag BASF.

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