Dax unterbricht Rekordjagd

Frankfurt/Main (dpa) - Angesichts der nächsten Verhandlungsrunde in der griechischen Schuldenkrise haben sich die Anleger am Frankfurter Aktienmarkt am Montag zurückgehalten.

Der Dax unterbrach seine Rekordjagd und gab zum Handelsschluss um 0,37 Prozent auf 10 923,23 Punkte nach. Impulse aus den USA waren wegen der feiertagsbedingt geschlossenen US-Börsen Fehlanzeige. Noch am Freitag war dem deutschen Leitindex erstmals in seiner Geschichte der Sprung über die Marke von 11 000 Punkten gelungen.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen ging am Montag mit minus 0,03 Prozent auf 19 282,96 Punkte so gut wie unverändert über die Ziellinie. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,37 Prozent auf 1523,01 Punkte.

Am Nachmittag berieten die Euro-Finanzminister in Brüssel ihre über ein verändertes Rettungsprogramm für Griechenland. Zunächst gab es keine Anzeichen für eine bevorstehende Einigung mit Athen. «Die griechische Regierung hat sich offenbar gar nicht bewegt», kommentierte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU).

Ende Februar laufen die bisher vereinbarten Hilfen für Athen aus. Griechenlands Finanzmärkte standen zum Wochenauftakt sichtbar unter Druck: Während die Renditen für Staatsanleihen stiegen, ging es für den Leitindex Athex Composite um 3,83 Prozent bergab. «Sollten die Schlichtungs-Gespräche scheitern, dürfte dies wohl Gewinnmitnahmen auslösen», so Analystin Antje Laschewski von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

Die Lufthansa-Aktien legten nach dem Streikende bei der Tochter Germanwings um 1,56 Prozent zu. Auch die Bankentitel waren gut unterwegs: So setzten die Papiere der Deutschen Bank mit einem Plus von 1,64 Prozent an der Dax-Spitze ihren Höhenflug fort. Dagegen knüpften die Aktien der Deutschen Börse mit minus 1,16 Prozent an die Korrekturbewegung vom Freitag an.

Ansonsten kamen kursbewegende Unternehmensnachrichten eher aus den hinteren Reihen: Die Aktien von Deutsche Wohnen verloren im MDax 0,94 Prozent, nachdem der Immobilienkonzern angekündigt hatte, er wolle den österreichischen Rivalen Conwert für rund 1,2 Milliarden Euro übernehmen.

Im SDax der geringer kapitalisierten Unternehmen dominierten Meldungen von Autozulieferern. Die Grammer-Aktien sackten trotz des vierten Umsatzrekords in Folge am SDax-Ende um 8,20 Prozent ab. Börsianer monierten, dass der Hersteller von Fahrzeugsitzen mit seinem Geschäftsausblick unter den Erwartungen geblieben sei. Die Aktionäre von Stabilus durften sich nach Geschäftszahlen zunächst über deutliche Kursgewinne freuen - am Handelsende stand jedoch ein kräftiges Minus von 2,54 Prozent auf der Kurstafel.

Der EuroStoxx 50 verlor 0,41 Prozent auf 3433,30 Punkte. Moderat nach unten ging es auch für den Cac-40-Index in Paris und den FTSE-100-Index in London.

Die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere stieg auf 0,27 (Freitag: 0,26) Prozent. Der Rentenindex Rex gewann 0,06 Prozent auf 140,31 Punkte. Für den Bund-Future ging es um 0,15 Prozent auf 159,06 Punkte hoch. Der Euro gab zuletzt nach und fiel unter den von der Europäischen Zentralbank (EZB) gesetzten Referenzkurs von 1,1408 (Freitag: 1,1381) Dollar. Der Dollar kostete damit 0,8766 (0,8787) Euro.

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