Deutscher Aktienmarkt leidet deutlich unter Ukraine-Krise

Frankfurt/Main (dpa) - Sorgen vor einer Verschärfung der Krise in der Ukraine haben dem deutschen Aktienmarkt zum Wochenausklang deutlich zugesetzt.

Am Freitag verlor der Dax 1,54 Prozent auf 9401,55 Punkte. Bereits am Vortag hatte der deutsche Leitindex stark geschwankt, letztlich aber kaum verändert geschlossen. Auf Wochensicht trat der Dax mit minus 0,09 Prozent nahezu auf der Stelle. Der MDax verlor am Freitag 1,34 Prozent auf 16 056,61 Punkte. Für den TecDax ging es um 1,05 Prozent auf 1210,56 Punkte bergab.

Die Anleger wollten sich gegen eine mögliche Eskalation des Konfliktes zwischen Moskau und Kiew am Wochenende absichern und machten deshalb Kasse, schrieb Marktanalyst Jasper Lawler vom Broker CMC Markets. Die Essener National-Bank geht davon aus, dass wegen der Krise in der Ukraine eher sichere Anlagen wie Bundesanleihen gesucht blieben. «Die Rhetorik der Beteiligten deutet weiterhin keinesfalls auf eine Entspannung der Lage hin», hieß es zur Begründung.

Die Aktien der Deutschen Bank verloren zwei Prozent. Erneut lieferte ein Pressebericht Nahrung für die Spekulationen über eine mögliche Kapitalerhöhung. Da die größte deutsche Bank im Vergleich zur internationalen Konkurrenz wenig Eigenkapital hat, gibt es immer wieder entsprechende Gerüchte.

Beim Autozulieferer und Reifenhersteller Continental standen nach Eckdaten zum ersten Quartal trotz eines leicht angehobenen Ergebnisziels Kursverluste von mehr als drei Prozent zu Buche. Die Zahlen stießen am Markt auf ein verhaltenes Echo. Ein Analyst gab außerdem zu bedenken, dass die Margenerwartungen einiger Investoren nach wie vor über dem neuen Unternehmensziel lägen.

Am Dax-Ende büßten die Titel der Fluggesellschaft Lufthansa rund vier Prozent ein. Sie haben seit Jahresbeginn bislang am stärksten zugelegt. Die Anleger befürchteten einen Anstieg der Ölpreise, falls sich der Konflikt um die Ukraine verschärfen sollte, sagte Händler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner.

Im TecDax verloren die Wirecard-Papiere mehr als zwei Prozent. Börsianer sahen Aussagen des Kreditkartenanbieters Visa als Belastung für den Aktienkurs des Zahlungsabwicklers. Den Äußerungen des US-Konzerns zufolge belasteten die im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise verhängten Sanktionen gegen Russland das Geschäft.

Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 1,33 Prozent auf 3147,40 Punkte nach unten. Die nationalen Indizes in Paris und London schlossen ebenfalls im Minus. In New York büßte der US-Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss 0,70 Prozent ein.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,30 Prozent am Vortag auf 1,28 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,14 Prozent auf 134,87 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,33 Prozent auf 144,40 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3831 (Donnerstag: 1,3820) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7230 (0,7236) Euro.

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