Deutscher Aktienmarkt leidet unter Ukraine-Krise

Frankfurt/Main (dpa) - Sorgen vor einer Verschärfung der Krise in der Ukraine haben dem deutschen Aktienmarkt zum Wochenausklang zugesetzt. Am Freitag verlor der Dax 0,98 Prozent auf 9456 Punkte.

Bereits am Vortag hatte der Leitindex stark geschwankt, letztlich aber kaum verändert geschlossen. Auf Wochensicht steht für den Dax derzeit ein Plus von 0,49 Prozent zu Buche. Der MDax verlor am Freitag 0,80 Prozent auf 16 145 Punkte, und für den TecDax ging es um 0,54 Prozent auf 1218 Punkte bergab. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,77 Prozent.

Die Essener National-Bank geht davon aus, dass wegen der Krise in der Ukraine eher sichere Anlagen wie Bundesanleihen gesucht bleiben. «Die Rhetorik der Beteiligten deutet weiterhin keinesfalls auf eine Entspannung der Lage hin», heißt es zur Begründung.

Besonders deutlich gerieten die Aktien der Deutschen Bank mit minus 2,02 Prozent unter Druck. Ein Bericht lieferte neue Nahrung für die Spekulationen über eine mögliche Kapitalerhöhung. Da die größte deutsche Bank im Vergleich zur internationalen Konkurrenz wenig Eigenkapital hat, gibt es immer wieder entsprechende Gerüchte.

Beim Autozulieferer und Reifenhersteller Continental standen nach Eckdaten zum ersten Quartal trotz eines leicht angehobenen Ergebnisziels Kursverluste von 2,29 Prozent zu Buche. Die Zahlen stießen am Markt auf ein verhaltenes Echo. Ein Analyst gab außerdem zu bedenken, dass die Margenerwartungen einiger Investoren nach wie vor über dem neuen Unternehmensziel lägen.

Im TecDax büßten die Wirecard-Papiere 1,58 Prozent ein. Börsianer sahen Aussagen des Kreditkartenanbieters Visa als Belastung für den Aktienkurs des Zahlungsabwicklers. Den Äußerungen des US-Konzerns zufolge belasteten die im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise verhängten Sanktionen gegen Russland das Geschäft.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,30 Prozent am Vortag auf 1,28 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,14 Prozent auf 134,87 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,26 Prozent auf 144,31 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3831 (Donnerstag: 1,3820) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7230 (0,7236) Euro.

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