Deutscher Aktienmarkt leidet unter Ukraine-Krise

Frankfurt/Main (dpa) - Sorgen vor einer Verschärfung der Krise in der Ukraine haben dem deutschen Aktienmarkt zum Wochenausklang zugesetzt. Am Freitagmittag stand der Dax mit 1,04 Prozent im Minus bei 9450 Punkten.

Bereits am Vortag hatte der Leitindex hin- und hergerissen zwischen guten Konjunkturdaten und wieder verstärkten Befürchtungen über eine Verschärfung der Lage in der Ukraine stark geschwankt, letztlich aber kaum verändert geschlossen.

Auf Wochensicht steht für den Leitindex aktuell ein Plus von knapp einem halben Prozent zu Buche. Der MDax verlor am Freitag 0,81 Prozent auf 16 143 Punkte, und für den TecDax ging es um 0,83 Prozent auf 1213 Punkte bergab. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,78 Prozent auf 3165 Punkte.

Die Essener National-Bank geht davon aus, dass wegen der Krise in der Ukraine eher sichere Anlagen wie Bundesanleihen gesucht bleiben. «Die Rhetorik der Beteiligten deutet weiterhin keinesfalls auf eine Entspannung der Lage hin», heißt es zur Begründung.

Besonders deutlich gerieten die Aktien der Deutschen Bank unter Druck, die mit minus 2,24 Prozent ans Dax-Ende rutschten. Ein Bericht lieferte neue Nahrung für die Spekulationen über eine mögliche Kapitalerhöhung. Da die größte deutsche Bank im Vergleich zur internationalen Konkurrenz wenig Eigenkapital hat, gibt es immer wieder entsprechende Gerüchte.

Beim Autozulieferer und Reifenhersteller Continental standen nach Eckdaten zum ersten Quartal trotz leicht angehobener angehobener Ergebnisziele Kursverluste von 1,29 Prozent zu Buche. Die Zahlen stießen am Markt auf ein verhaltenes Echo. Ein Analyst gab außerdem zu bedenken, dass die Margenerwartungen einiger Investoren nach wie vor über dem neuen Unternehmensziel lägen.

Im TecDax büßten die Wirecard-Papiere 1,72 Prozent ein. Börsianer sahen Aussagen des Kreditkartenanbieters Visa als Belastung für den Aktienkurs des Zahlungsabwicklers. Den Äußerungen des US-Konzerns zufolge belasteten die im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise verhängten Sanktionen gegen Russland das Geschäft.

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