Devisen: Euro rutscht unter 1,40 Dollar - EZB signalisiert längere Zinspause

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro hat am Donnerstag nach klaren Hinweisen der Europäischen Zentralbank (EZB) auf eine längere Zinspause kräftig verloren und ist unter die Marke von 1,40 US-Dollar gerutscht. Im Nachmittagshandel stand die Gemeinschaftswährung bei 1,3975 Dollar, nachdem sie vorher ein Tagestief bei 1,3943 Dollar erreichte. Zuvor hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,4044 (Mittwoch: 1,4036) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7121 (0,7125) Euro.

Nach Einschätzung von Experten lieferte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Nachmittag klare Signale für eine längere Zinspause in der Eurozone. Die Währungshüter hätten weitere Zinserhöhungen vorerst "auf Eis gelegt", kommentierte der Analyst Heinrich Bayer von der Postbank. Er rechnet sogar auf Sicht von zwölf Monaten mit einem konstanten Leitzins von 1,5 Prozent im Euroraum.

Trichet äußerte sich im Rahmen einer Pressekonferenz im Anschluss an die jüngste Zinsentscheidung. Nach zwei Zinserhöhungen im laufenden Jahr hatte die EZB den Leitzins wie erwartet bei 1,50 Prozent festgesetzt. Zudem lieferte die Notenbank neue Prognosen für die konjunkturelle Entwicklung in der Eurozone, die den Kurs der Gemeinschaftswährung nach Einschätzung von Händlern ebenfalls unter Verkaufsdruck setzten.

Für 2011 rechnet die EZB laut der aktuellen Prognose mit einem Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent, nach zuletzt 1,9 Prozent. Für 2012 wurde die Wachstumsprognose von 1,7 Prozent auf 1,3 Prozent reduziert. Ihr Inflationsprognosen beließ die Notenbank hingegen nahezu unverändert.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,87670 (0,87800) britische Pfund , 108,41 (108,38) japanische Yen und 1,2135 (1,2052) Schweizer Franken fest. Der Preis für eine Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1.855,00 (1.810,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm kostete 41.080,00 Euro. (41.530,00).

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