Devisen: Euro steigt deutlich - Spekulationen um Schäuble als Eurogruppenchef

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Eurokurs ist am Freitag um mehr als einen US-Cent gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 1,3181 US-Dollar gehandelt. Im Mittagshandel hatte der Euro zeitweise noch 1,3049 Dollar gekostet. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,3116 (Donnerstag: 1,3057) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7624 (0,7659) Euro.

"Meldungen, nach denen Finanzminister Wolfgang Schäuble Chef der Eurogruppe werden könnte, haben den Euro beflügelt", sagte Thomas Amend, Devisenexperte beim Bankhaus HSBC Trinkaus. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) soll laut Presseberichten bei den anderen Regierungschefs der Euro-Länder für Schäuble als Nachfolger von Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker geworben haben. Da Schäuble als stabilitätsorientierter Politiker gilt, habe sich dies positiv auf den Euro ausgewirkt, sagte Amend. Allerdings wollte Schäuble selbst die Gerüchte nicht kommentieren.

Zudem hat sich in den USA das Verbrauchervertrauen der Universität von Michigan im März überraschend eingetrübt. Zuletzt hatten eine Reihe von positiv ausgefallene Konjunkturdaten den Dollar beflügelt. Die enttäuschenden Daten hätten daher den Dollar gedrückt, sagte Amend. Zudem seien Freitags angesichts des dünneren Handels die Kursausschläge oft größer.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,82950 (0,83345) britische Pfund , 109,81 (108,82) japanische Yen und 1,2070 (1,2096) Schweizer Franken fest. In London wurde der Preis für die Feinunze Gold am Nachmittag mit 1.658,00 (Vortag: 1.648,00) Dollar fixiert. Ein Kilogramm Gold kostete 39.910,00 (39.930,00) Euro.

SOCIAL BOOKMARKS