Griechenland-Sorgen belasten Börsen

Frankfurt/Main (dpa) - Neue schlechte Nachrichten aus Griechenland haben den Dax im Feiertagshandel erheblich belastet. Für die Verluste sorgte vor allem die Meldung vom Wochenende, wonach das Land sein Sparziel für das laufende Jahr verfehlen wird.

Der deutsche Leitindex schloss 2,28 Prozent tiefer bei 5376,70 Punkten, nachdem er bereits am Freitag ein deutliches Minus eingefahren hatte. Insgesamt hatte der Leitindex mit einem Abschlag von rund 25 Prozent das schwächste Quartal seit neun Jahren verbucht.

Am späten Montagnachmittag hatte der Dax - gestützt von positiven US-Konjunkturdaten - seine zwischenzeitlichen Verluste in etwa halbiert. Danach überlagerte jedoch wieder die Euro-Krise das Geschehen und sorgte für den Rückfall des Börsenbarometers. Der MDax fiel um 2,13 Prozent auf 8163,61 Punkte. Für den TecDax ging es um 2,63 Prozent auf 645,18 Punkte nach unten.

Auch europaweit und zuvor bereits in Asien dominierten wieder die roten Kurszeichen. Besonders deutlich waren die Verluste an der Börse in Hongkong ausgefallen: Dort sackte der Hang-Seng an diesem Morgen um über 4 Prozent ab und fiel zum ersten Mal seit Mai 2009 wieder unter die Marke von 17 000 Punkten. Händler machten dafür anhaltende Sorgen um das Wachstum in China und den USA verantwortlich. Die europäischen Börsen präsentierten sich ebenfalls schwach.

«Die Anleger stehen weiter im Bann der wichtigen Entwicklungen in Griechenland», sagte Händlerin Anita Paluch von Gekko Global Marktes. Nun stelle sich die Frage, ob die Troika aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds dem gebeutelten Land die nächste Tranche der Hilfsgelder auszahlen wird.

Angesichts des wieder sehr trüben Marktumfelds versammelten sich die besonders konjunktursensiblen Aktien am Dax-Ende. So büßten etwa die Automobilwerte Daimler, Volkswagen (VW) und BMW zwischen 2,33 und 5,69 Prozent an Wert ein. Die Branchentitel litten Händlern zufolge weiterhin unter der Sorge, dass sich das Wachstum in China abkühlen könnte.

Auch Finanzwerte wurden erneut gemieden. Die Titel der Commerzbank etwa stürzten um 7,27 Prozent auf 1,76 Euro und waren damit Tagesverlierer im Dax. Die Papiere der Deutschen Bank gaben um 2,18 Prozent auf 25,75 Euro nach. Börsianer begründeten die Verluste mit der Nachricht, dass die Ratingagentur Moody's eine mögliche Herabstufung der drei operativ bedeutendsten Sparten der belgischen Finanzgruppe Dexia prüfe. Dies schüre Spekulationen, dass Dexia erneut Staatshilfe benötigen könnte. An der Börse in Brüssel brachen Dexia-Titel um mehr als 10 Prozent ein und zählten damit zu den schwächsten Werten in Europa.

Der EuroStoxx 50 fiel um 1,90 Prozent auf 2138,24 Punkte. In Paris verlor der CAC 40 1,85 Prozent und der Londoner FTSE 1,03 Prozent. In New York stand der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa 0,13 Prozent im Plus.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,64 (Freitag: 1,74) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,54 Prozent auf 130,25 Punkte. Der Bund Future gewann 0,60 Prozent auf 137,31 Punkte. Für den Euro ging es deutlich abwärts. Zuletzt wurde er bei 1,3270 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag noch auf 1,3327 (1,3503) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7504 (0,7406) Euro.

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